FDP und SVP kämpfen im Aargau und Zürich um letzte Ständeratssitze

Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger in den Kantonen Aargau und Zürich wählen am Sonntag die letzten beiden Ständeräte für die kommende Legislatur. (Symbolbild)
Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger in den Kantonen Aargau und Zürich wählen am Sonntag die letzten beiden Ständeräte für die kommende Legislatur. (Symbolbild) © Keystone/ALESSANDRO DELLA VALLE
In den Kantonen Aargau und Zürich werden am heutigen Sonntag die letzten beiden Ständeratssitze vergeben. Das Rennen dürften FDP und SVP unter sich ausmachen. Egal wie die Wahlen ausfallen – zu grossen Veränderungen kommt es im Ständerat nicht.

Gewinnt die FDP beide Sitze, wäre sie mit 13 Mandaten in der kleinen Kammer vertreten. Gewinnt die SVP beide zweiten Wahlgänge, hätte sie sieben Vertreter im Ständerat. Für beide Parteien wären die Wahlsiege ein Erfolg.

In der kleinen Kammer ändert sich damit an den Mehrheitsverhältnissen aber kaum etwas. FDP und SVP kämen zusammen auf 18 – mit dem parteilosen Thomas Minder (SH) auf 19 Stimmen. Das links-grüne Lager bleibt mit total 13 Mandaten stabil. Wird der Grüne Bastien Girod in Zürich gewählt, käme es auf 14 Sitze.

Die CVP kann damit im Ständerat mit ihren 13 Sitzen weiterhin das Zünglein an der Waage der politischen Entscheidungen spielen. Zwar steht im Kanton Aargau mit Ruth Humbel noch eine Kandidatin im Rennen. Allerdings werden ihr nur geringe Wahlchancen eingeräumt.

In der Stichwahl liefern sich vor allem SVP und FDP ein Duell. Hansjörg Knecht (SVP) und FDP-Parteipräsident Philipp Müller sind in der Poleposition. Die CVP spielt insofern eine Rolle, als dass Nationalrätin Humbel ihrem Konkurrenten Müller etliche Stimmen wegnehmen und damit Knecht zum Sieg verhelfen könnte. Sie wird von SP und BDP unterstützt. Grüne und GLP verzichten auf eine Empfehlung.

Im ersten Wahlgang wurde einzig die SP-Ständerätin Pascale Bruderer wieder gewählt. Knecht erzielte das beste Resultat der Nichtgewählten. Er distanzierte Müller um fast 6000 Stimmen. Humbel holte 43’300 Stimmen weniger als Knecht.

Der bürgerliche Kampf um den zweiten Ständeratssitz ist kein Richtungsstreit – viel eher geht es ums Prestige. Müller soll den Sitz seiner Partei verteidigen. Die FDP hält das Mandat seit 1948. Die SVP hingegen will als wählerstärkste Partei den 2011 an die SP verlorenen Sitz zurückerobern.

Auch im Kanton Zürich verspricht der zweite Wahlgang für den Ständerat spannend zu werden. Die Zürcher Wählerinnen und Wähler müssen sich am Sonntag zwischen den bürgerlichen Kandidaten Ruedi Noser (FDP) und Hans-Ueli Vogt (SVP) sowie dem Grünen Bastien Girod entscheiden.

Im ersten Wahlgang erzielte der 54-jährige Noser das zweitbeste Resultat, das absolute Mehr verfehlte er aber klar. Dahinter platzierten sich damals – mit deutlichem Abstand – Vogt und Girod.

Am komfortabelsten ist die Ausgangslage eigentlich für den Freisinnigen Noser. Der Unternehmer kann auf die Unterstützung von CVP, EVP sowie der christlich-konservativen EDU zählen. Auch prominente SP-Vertreter haben sich für Noser ausgesprochen. Sie argumentieren, mit jeder Stimme für Girod steige die Gefahr, dass der SVP-Kandidat gewählt werde.

Allerdings dürfte es für den 45-jährigen Rechtsprofessor Vogt schwierig werden, über die SVP-Basis hinaus Stimmen zu machen. Die beiden bürgerlichen Kandidaten könnten sich also auf dem Weg ins Ziel gegenseitig im Weg stehen. Von dieser Situation könnte wiederum der 34-jährige Girod profitieren.

(SDA)


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