FIFA fordert Entschädigung von Ex-Funktionären

Der neue FIFA-Präsident Gianni Infantino will von den wegen Korruption angeklagten, ehemaligen FIFA-Funktionären Geld zurück
Der neue FIFA-Präsident Gianni Infantino will von den wegen Korruption angeklagten, ehemaligen FIFA-Funktionären Geld zurück © KEYSTONE/PATRICK B. KRAEMER
Die FIFA fordert im Korruptionsskandal von den verhafteten Ex-Spitzenfunktionären Geld zurück. Der Weltverband reicht dazu in den USA eine Klage ein.

Der bei den amerikanischen Behörden eingereichte Antrag richte sich gegen 41 frühere FIFA-Offizielle und Fussball-Funktionäre, wie der Weltverband mitteilte. Darunter sind die ehemaligen FIFA-Vizepräsidenten Jack Warner und Jeffrey Webb sowie die früheren Exekutivkomitee-Mitglieder Charles Blazer und Ricardo Teixeira.

Die FIFA geht aufgrund der Ermittlungen des amerikanischen Justizministeriums und eigener Untersuchungen davon aus, dass die Beschuldigten mindestens mehrere Dutzend Millionen Dollar illegal via Bestechung, Schmiergeld oder anderer Korruptionsmechanismen umgeleitet haben. Der Weltverband sieht sich als Opfer, diese können nach amerikanischem Recht von Verurteilten Entschädigung verlangen.

“Die überführten Angeklagten haben ihre Positionen des Vertrauens, die sie bei der FIFA und anderen internationalen Fussball-Organisationen innehatten, missbraucht und haben der FIFA, ihren Mitgliedsverbänden und der Fussball-Gemeinschaft schweren und dauerhaften Schaden zugefügt”, sagte FIFA-Präsident Gianni Infantino zum juristischen Schritt. “Die FIFA will das Geld zurück, und wir sind entschlossen, es zu bekommen, egal, wie lange es dauern wird”, so der Walliser.

In dem 22-seitigen Schreiben gibt die FIFA erstmals öffentlich an, dass es bei den Vergaben der Weltmeisterschaften 1998 und 2010 zu Stimmenkauf gekommen ist. Es sei nun offenkundig, dass mehrere Mitglieder des damaligen FIFA-Exekutivkomitees ihre Position missbraucht und ihre Stimmen bei mehreren Gelegenheiten verkauft hätten, schreibt der Weltverband. «Der Schaden, der von der Habgier der Angeklagten angerichtet wurde, kann nicht übertrieben dargestellt werden», heisst es zusammenfassend.

(SDA)


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