Frau verurteilt, weil sie vergewaltigt wurde

Laura wurde in Katar offenbar vergewaltigt und wird dafür auch noch bestraft.
Laura wurde in Katar offenbar vergewaltigt und wird dafür auch noch bestraft. © telegraaf.nl/Thijs Rooimans
Sie sagt, sie wurde vergewaltigt. Jetzt ist die niederländische Touristin Laura (22) in Katar wegen ausserehelichem Geschlechtsverkehr verurteilt worden, zu einem Jahr auf Bewährung.

Das Gericht in der Hauptstadt Doha hat ausserdem die Ausweisung von Laura angeordnet und die 22-Jährige muss eine Geldstrafe von 750 Euro zahlen. Sobald die Busse bezahlt sei, werde Laura freigelassen, sagt ein Sprecher des niederländischen Aussenministeriums.

Die junge Niederländerin hatte ausgesagt, dass jemand sie betäubt habe. Sie sei später in einer fremden Wohnung wach geworden, mit zerrissener Kleidung. Als sie eine Anzeige wegen Vergewaltigung machen wollte, wurde sie verhaftet. Ausserehelicher Geschlechtsverkehr steht im Ölstaat unter Strafe. Seit rund drei Monaten sass Laura in Untersuchungshaft.

Freundin arbeitete als Prostituierte

Mittlerweile mehren sich die Zweifel, dass sich alles so zugetragen hat, wie von Laura geschildert, schreibt watson.ch und bezieht sich dabei auf Medienberichte. Sie hatte ihrer Mutter gesagt, sie fahre nach Frankreich in die Ferien. Stattdessen flog sie mit einer Freundin nach Katar. Diese Freundin, die mittlerweile wieder in den Niederlanden ist, arbeitet als Prostituierte.

Verdächtiger zu Peitschenhieben verurteilt

Der Beschuldigte sitzt ebenfalls in Haft. Laut Medienberichten ist der Syrer zu 140 Peitschenhieben verurteilt worden; 100 wegen ausserehelichem Sex und 40 wegen Alkoholgenuss. Er hatte die Vergewaltigungsvorwürfe abgestritten. Vor Gericht war denn auch lediglich die Rede von “ausserehelichen sexuellen Aktivitäten”.

(red.)


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