Friedhof Hofegg: “Laut und nicht sehr würdig”

Liegt nur wenige Meter und einen Erdwall von der Autobahn entfernt - der Friedhof Hofegg in Gossau.
Liegt nur wenige Meter und einen Erdwall von der Autobahn entfernt - der Friedhof Hofegg in Gossau. © Tagblatt, Benjamin Manser und Urs Bucher

Autobahnlärm während der Abdankung – das ist für Pfarrer Andy Givel aus Gossau Alltag. Er hält bei Beerdigungen die Zeit beim Grab möglichst kurz. Das Bundesamt für Strassen (ASTRA)
will den Friedhof nicht einmal mit Lärmschutzwände schützen. Die Stadt Gossau hat Einsprache eingereicht.

Direkt neben der Autobahn gelegen, kann man den Friedhof Hofegg in Gossau nicht als einen ruhigen, besinnlichen Ort bezeichnen. Auch an sonnigen Sonntagen trifft man nur wenige Besucher im nordwestlichen Teil des Friedhofs an – der Lärm ist dort manchmal so intensiv, dass man sich auf einer Autobahnraststätte wähnen könnte.

Mehr Lärm bei Wind

Weil die geplanten Lärmschutztmassnahmen des ASTRA für die Stadt unzureichend sind, hat Gossau nun Einsprache eingereicht. Weder Lärmschutzwände oder andere bauliche Massnahmen hat das ASTRA aus “wirtschaftlichen Gründen” vorgesehen.

Für die Stadt aber auch für den katholischen Pfarrer Andy Givel unverständlich: “Je nach Standort, Wind und Witterung ist der Strassenlärm sehr laut. Besonders die Erdbestattungs-Gräber sind stark betroffen, südlicher bei den Urnengräbern ist es etwas ruhiger.”

Katholischer Pfarrer Andy Givel würde einen ruhigeren Friedhof befürworten.

Tagblatt, Ralph Ribi

Nicht würdig, wenn man in Trauer ist

“Ich habe schon Rückmeldungen erhalten, dass es laut und auch nicht würdig ist, wenn man in Trauer am Grab steht”, sagt Givel. Allerdings relativiert er auch: “Es gibt wesentlich weniger Erdbestattungen als Urnenbestattungen.”

Trotzdem muss der Pfarrer auf die spezielle Situation eingehen: Die Einsegnung des Sarges vor der Beerdigung findet jeweils im geschützten Rahmen der Abdankungshalle statt. Bei der Besetzung werden nur bestimmte Gebete gesprochen. “Man schaut  schon, dass man die Zeit auf ein Minimum reduziert.”

Andy Givel würde sinnvolle Lärmschutzmassnahmen befürworten: “Nicht nur wegen des Friedhofs – es gibt auch sehr viele lärmgeplagte Anwohner, die betroffen sind.”

(agm)


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