UNO-Generalsekretär Boutros-Ghali gestorben

Der Zerfall Jugoslawiens, der Völkermord in Ruanda und die Irak-Krise prägten die Amtszeit von Boutros-Ghali als UNO-Generalsekretär. Er verstarb mit 93 Jahren in Kairo.
Der Zerfall Jugoslawiens, der Völkermord in Ruanda und die Irak-Krise prägten die Amtszeit von Boutros-Ghali als UNO-Generalsekretär. Er verstarb mit 93 Jahren in Kairo. © Keystone/AP/MICHAEL SCHMELLING
Der frühere UNO-Generalsekretär Boutros Boutros-Ghali ist tot. Der ägyptische Diplomat starb im Alter von 93 Jahren, wie der derzeitige Vorsitzende des UNO-Sicherheitsrats, der Venezolaner Rafael Ramírez, am Dienstag in New York mitteilte.

Boutros-Ghali war von 1992 bis 1996 sechster Generalsekretär der Vereinten Nationen und der erste Afrikaner auf diesem Posten. Als ägyptischer Diplomat und Aussenminister hatte sich Boutros-Ghali insbesondere für die Aussöhnung seines Landes mit Israel eingesetzt.

Seine Amtszeit als UNO-Generalsekretär war vom Zerfall Jugoslawiens, dem Völkermord in Ruanda und der Irak-Krise geprägt. Vor allem die USA hatten sich gegen eine zweite Amtszeit des Ägypters gestellt und seine Wiederwahl per Veto verhindert.

Boutros-Ghali war vergangene Woche in Kairo ins Spital gebracht worden. In der ägyptischen Hauptstadt war er 1922 als Sohn koptischer Christen zur Welt gekommen. Durch sein Studium in Paris hatte er sich eine enge Verbindung zu Frankreich aufgebaut, die ein Leben lang anhielt.

(SDA)


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