Fünf Flüchtlinge auf einen Bergler

In Vilters ziehen die ersten der 150 Flüchtlinge ins ehemalige Institut Sonnenberg ein. Die 30 Anwohner hatten das grösste Asylzentrum des Kantons lange Zeit bekämpft. Nach wie vor ist der Ärger über die St.Galler Regierung gross.

Das ehemalige Institut Sonnenberg liegt malerisch oberhalb des Dorfzentrums von Vilters. Dass es mit der Idylle aber mehr nicht weit her ist, zeigt die grosse Holzwand, die die Liegenschaft vor neugierigen Augen schützt. Am Abend werden die ersten der insgesamt 150 Flüchtlinge ins neue kantonale Asylzentrum einziehen.

Einigung erst im Dezember erzielt

Nach wie vor herrscht bei den 30 Anwohnern keine Freude. Als bekannt wurde, dass die Regierung ein Asylzentrum am Sonnenberg plane, waren sie auf die Barrikaden gegangen. Erst im vergangenen Dezember einigten sich die Beschwerdeführer und das Migrationsamt.

Die Bergler mussten einsehen, dass sich machtlos waren. “Wir können nichts dagegen machen. Das ist der Fluch daran”, sagt ein Anwohner zu TVO. Wie andere stört er sich daran, dass die Ruhe auf dem Sonnenberg nun weg ist und sich die Anwohner von heute auf morgen in der Minderzahl befinden: Auf einen Bergler kommen neu fünf Flüchtlinge.

Randregionen benachteiligt

Elmar Bigger, Präsident der lokalen SVP und ehemaliger Nationalrat, kritisiert die St.Galler Regierung, nicht nur für den Fall Sonnenberg. Störend ist für ihn, dass der Kanton die Flüchtlinge in Randregionen wie Vilters-Wangs oder Amden abschiebe. “Das ist nicht gerechtfertigt”, sagt er. Die Randregionen hätten bereits mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen. Sie brauchten nicht weitere.

(red)

 


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