“Für meine Bäume gehe ich vor Bundesgericht”

Ein Streit zwischen Nachbarn geht in Amriswil ziemlich weit. Eine Rechtsanwältin will ihre Bäume nicht stutzen, obwohl die Gemeinde dies verlangt. Unterstützung bekommt sie von einem Basler Rapper.

In der Thurgauer Gemeinde Amriswil streiten sich Nachbarn um einige Bäume. Sie gehören der Rechtsanwältin Gabriela Wyss: “Ich hänge sehr an diesen elf Bäumen – sie sind bestimmt über 80 Jahre alt.” Um den Streit mit ihren Nachbarn beizulegen müsste sie die Bäume lediglich zurückschneiden, daran denkt sie aber nicht – im Gegenteil: “Diese Bäume sind auf meinem Boden und die Nachbarn sind erst nachträglich hergezogen”, argumentiert sie. Die Behörden haben entschieden, dass sie die Bäume stutzen müsste. “Wenn ich die Bäume stutzen müsste, wäre dies wohl das Ende der Bäume.”

Nachbarn müssen Schäden tragen

Olaf Sager, ein Nachbar von Wyss kritisiert sie harsch: “Die Bäume sind Schuld an Schäden an meinem Haus: Moos an den Wänden, verstopfte Abflüsse und Nadeln im Garten.” Die Amriswiler Flurkommission versuchte den Streit zu schlichten, erklärt André Schlatter, Präsident der Kommission. “Man hat versucht, sich aussergerichtlich zu einigen, doch fanden wir keine Lösung.” Die Bäume müssen auf den gesetzlichen Mindestabstand zurück geschnitten werden.

Für die Bäume bis vor Bundesgericht

Der Nachbarschaftsstreit in Amriswil beschäftigt aktuell das Thurgauer Verwaltungsgericht. In der Zwischenzeit bleiben die Fronten verhärtet. Gar ein Basler Rapper setzt sich für die Bäume auf dem Amriswiler Grundstück ein und rappt aus ihrem Garten: “Das ist gegen das menschliche Denken – wir brauchen Bäume zum Leben”, spricht er im Beitrag von TVO. Für Gabriela Wyss ist klar: “Wenn es sein muss, gehe ich für meine Bäume bis vor Bundesgericht.”

(sir)

 

 


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