GC will sich mit Ehrenmeldung verabschieden

GC-Trainer Pierluigi Tami will sich mit seinem Team wenigstens ehrenhaft aus der laufenden Europacup-Saison verabschieden
GC-Trainer Pierluigi Tami will sich mit seinem Team wenigstens ehrenhaft aus der laufenden Europacup-Saison verabschieden © KEYSTONE/WALTER BIERI
Die Grasshoppers haben wahrscheinlich die letzten 90 Minuten der Europacup-Saison vor sich. Das 0:3 aus dem Playoff-Hinspiel in der Europa League gegen Fenerbahce ist wohl eine zu schwere Hypothek.

Es gibt dieses Spiel in der GC-Klubgeschichte, das dem Traumszenario für das Rückspiel vom Donnerstag auf dem Letzigrund gegen Fenerbahce Istanbul entspricht. Vor 27 Jahren spielten die Zürcher unter Ottmar Hitzfeld in der 1. Runde des Cup der Cupsieger gegen Slovan Bratislava. Sie verloren auswärts in der damaligen Tschechoslowakei 0:3 und siegten im Rückspiel 4:0 nach Verlängerung. Darauf stürmten die Grasshoppers in die Viertelfinals, in denen sie am späteren Europacup-Sieger Sampdoria Genua scheiterten.

Doch 1989 ist nicht 2016. Slovan Bratislava ist nicht Fenerbahce Istanbul. Und das aktuelle GC ist nicht mehr das GC der Achtzigerjahre, das den Schweizer Fussball sportlich und finanziell dominierte. Deshalb eignet sich die Erinnerung an den fulminanten Auftritt vor 27 Jahren nicht als Motivationshilfe. Gegen Fenerbahce wird GC die Wende kaum gelingen. Das weiss auch Trainer Pierluigi Tami. Er sagt zwar: “Es ist im Fussball grundsätzlich alles möglich.” Doch man könne nicht davon ausgehen, dass GC ein 0:3 aufhole, so der Tessiner. “Da müssen wir realistisch sein. Aber ein gutes Spiel wollen wir trotzdem zeigen.” Für einen Coup fehlen Qualität und Kraft. Für GC ist es schon das zwölfte Spiel seit Saisonbeginn.

Eine solche Überraschung war den Zürchern im Hinspiel vor einer Woche nicht gelungen. Am Ende war das Resultat noch fast das Beste aus ihrer Sicht. Statt 0:3 hätten sie in Istanbul auch 0:5 oder 0:6 verlieren können. Diesmal wollen sie sich besser präsentieren. Tami sagt deshalb: “Wir spielen nicht ohne Druck. Auch wenn das Playoff-Duell entschieden scheint, haben wir trotzdem etwas zu verlieren.”

Tami will zumindest ehrenhaft ausscheiden. Eine Kanterniederlage im eigenen Stadion (wenn auch vor mehrheitlich türkischen Zuschauern) wollen sich die Grasshoppers nicht leisten. Es ist darum davon auszugehen, dass Tami die bestmögliche Mannschaft nominiert. “Runar Sigurjonsson ist fraglich, alle anderen sind dabei.” Und auch wenn am Sonntag gegen die Young Boys ein wichtiges Spiel in der Super League ansteht, sagt Tami: “Wir schauen von Spiel zu Spiel. Jetzt ist Fenerbahce wichtig.”

(SDA)


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