Gilles Jobin erhält den Schweizer Grand Prix Tanz 2015

Szene aus Gilles Jobins epochemachender Choreografie "A+B=X", die auch in der Jury-Begründung zum Schweizer Grand Prix Tanz speziell erwähnt wurde (Archiv).
Szene aus Gilles Jobins epochemachender Choreografie "A+B=X", die auch in der Jury-Begründung zum Schweizer Grand Prix Tanz speziell erwähnt wurde (Archiv). © /KEYSTONE/JUERG MUELLER
Der Genfer Choreograf und Compagnie-Leiter Gilles Jobin erhält den zum zweiten Mal vergebenen Schweizer Grand Prix Tanz. Als “herausragende Tänzerin” zeichnet das Bundesamt für Kultur (BAK) Simone Aughterlony aus, Ioannis Mandafounis ist “herausragender Tänzer”.

Mit den Auszeichnungen für Aughterlony und Mandafounis ehrt das BAK Künstler, die international tätig sind und in renommierten Compagnien in aller Welt mitwirkten.

Die in Zürich lebende Neuseeländerin Aughterlony war Mitglied bei Meg Stuarts Damaged Goods in Brüssel und der britischen Theater- und Performancegruppe Forced Entertainment. Und Ioannis Mandafounis, geboren 1981 in Athen als Sohn einer Genferin und eines Griechen, tanzte unter anderem beim Nederlands Dans Theater und der Forsythe Company. Beide erhalten je 25’000 Franken.

Der Grand Prix ist mit 40’000 Franken dotiert. Der damit ausgezeichnete Jobin hat nicht nur weltweit gewirkt, sondern “mit seiner kompromisslosen Art den zeitgenössischen Tanz seit zwanzig Jahren geprägt und weit über die nationalen Grenzen hinaus revolutioniert”, wie es in der Begründung heisst. “Gleich sein erstes Gruppenwerk “A+B=X” von 1997, das die Cie Gilles Jobin noch heute im Repertoire hat, sorgte für Aufsehen und weltweite Anerkennung.”

Die Preise wurden am Freitag im Theater Equilibre in Freiburg in Anwesenheit von Bundesrat Alain Berset verliehen. In seiner Ansprache bedauerte der Kulturminister, dass der Tanz unter den Künsten eher ein Schattendasein fristet. Dabei gehöre er doch unabdingbar zum Paarungsverhalten. “Ohne den Tanz wären wir noch nicht einmal geboren”, scherzte er.

Einige der am Freitag ausgezeichneten Preisträger und geförderten Projekte waren bereits im Vorfeld bekannt: Den Spezialpreis Tanz (40’000 Franken) erhielten Claude Ratzé und die ADC in Genf. Der June Johnson Dance Prize ging an “Requiem for a dead piece of meat” der 3art3 company.

Vier Produktionen, die aus 80 Kandidaten des Schweizer Tanzwettbewerbs “Aktuelles Tanzschaffen” der Saisons 2013/14 ausgewählt worden sind erhalten je 25’000 Franken. Es handelt sich um “bits C 128Hz” von Béatrice Goetz und ihrer miR Compagnie, “Orthopädie or to be” von und mit Kilian Haselbeck und Meret Schlegel, “Requiem” von Nanine Linnin und “souffle” von Brigitte Meuwly und Antonio Bühler.

Aus Ausschreibungen in den Jahren 2012 und 2014 wurden ausserdem in Freiburg sechs Projekte zum Kulturerbe Tanz vorgestellt: die Bühnenprojekte “Der grosse Schritt” und “Kreutzberg”, Rekonstruktionen von Rudolf von Labans Tanzwerken auf dem Monte Verità, ein Buch zum zeitgenössischen Tanz in der Schweiz, ein Oral-History-Projekt mit Zeitzeuginnen zur Tanzgeschichte und die Tagungsserie “MonteDADA”.

(SDA)


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