Griechische Banken brauchen 14.4 Milliarden Kapital

Warteschlange vor einem Geldautomaten einer Filiale der Piraeus Bank in Athen. (Archivbild)
Warteschlange vor einem Geldautomaten einer Filiale der Piraeus Bank in Athen. (Archivbild) © /AP/PETROS GIANNAKOURIS
Die vier grossen griechischen Banken brauchen nach Einschätzung der Europäischen Bankenaufsicht bis zu 14,4 Milliarden Euro, um die europäischen Regulierungsvorschriften einzuhalten.

Das geht aus den Stresstest-Ergebnissen für die als systemrelevant eingestuften Banken Piraeus Bank, Eurobank, National Bank of Greece und Alpha Bank hervor, welche die Europäische Zentralbank (EZB) veröffentlichte. Den vier Banken sei Zeit bis zum 6. November eingeräumt worden, um Pläne vorzulegen, wie sie das Geld aufbringen wollen.

Die angeschlagenen Geldhäuser haben seit Jahresbeginn viel Eigenkapital verloren, da griechische Sparer aus Angst vor einem Austritt des Landes aus der Eurozone Milliarden von ihren Bankkonten abzogen. Um das Ausbluten der Banken zu verhindern, verhängte die griechische Regierung Ende Juni Kapitalkontrollen, die noch immer bestehen.

Über Monate hinweg hingen die griechischen Banken am Tropf der EZB, welche die Geldhäuser mit sogenannten ELA-Notkrediten versorgte, da die Banken sich über den normalen Weg bei der EZB kein Geld mehr besorgen konnten.

Die Rekapitalisierung der griechischen Banken muss schnell erfolgen, da mit dem Jahreswechsel eine neue europäische Richtlinie in Kraft tritt. Ab dem 1. Januar 2016 gelten schärfere Regeln bei der Bankenrettung in Europa.

Um europäische Steuerzahler zu entlasten, müssen dann Aktionäre und Geldgeber als erste zur Kasse gebeten werden. Vermögen von Sparern ab einer Höhe von 100’000 Euro können ebenfalls zur Bankenrettung hinzugezogen werden.

(SDA)


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