«Ich bin mollig aber schön»

Von Lara Abderhalden
Martina Zellweger steht zu ihren Kurven.
Martina Zellweger steht zu ihren Kurven. © PD
Lange Beine, pralle Brüste und einen Bauch, der durch ein Nadelöhr passt – die Zeiten der Magermodels sind vorbei. Her mit dem Hüftspeck, her mit den Pfunden, heisst das neue Motto. Dem Phänomen «Plus Size Model» ist auch Martina Zellweger aus Rapperswil verfallen. Sie ist eine der Finalistinnen der Miss Plus Size Wahlen und will dort absahnen.

Es sei deprimierend. Sehr deprimierend. Immer wieder hat sich Martina Zellweger die Sendung «Germany’s Next Topmodel» angesehen. Ganze 10 Jahre lang. «Ich kenne die Sendung in und auswendig.» Dennoch konnte sie nie Teil davon sein. «Die Sendung ist in Deutschland und ich habe keine 90, 60, 90-Masse.» Im Gegenteil, wie sie selbst sagt. Sie sei mollig, habe ihre Kurven, aber sie findet sich schön.

«Ob dick oder dünn, wir alle sind schön»

«Ich habe keine Mühe mich zu zeigen. Ich bin selbstbewusst», sagt die leidenschaftliche Tänzerin. Dies war aber nicht immer so: «Es gab Zeiten, da war ich überhaupt nicht glücklich mit meinem Körper.» Durch die Medien würde man zu sehr beeinflusst. Schlank ist geil. Je dünner desto besser: «Sie vermitteln ein Bild, dem man entsprechen will.» Nur müsse man das gar nicht. «Jede Frau ist schön auf irgendeine Weise. Ob nun dünn oder dick, schlau oder dumm.»

Schwierig sei es, dies zu akzeptieren. Zu akzeptieren, dass man nicht so sein muss wie die anderen. Martina Zellweger hat es geschafft. Sie steht auf ihre Kurven und ist eine von 18 Finalistinnen der Miss Plus Size Schweiz Wahlen. «Ich bin durch Zufall im Internet auf die Wahlen gestossen», erklärt die 20-Jährige. Sie habe Bilder geschickt und sei dann überraschend informiert worden, dass sie im Final stehe.

«Ein Trend, in den ich hinein passe»

«Meine Mutter ist fast ausgeflippt. Endlich sehe die Welt, was für eine schöne Tochter sie habe.» Schon immer sei es die Mutter gewesen, die sie motiviert habe und ihr sagte, wie hübsch sie sei. Auch im Coiffeur-Salon in dem die 20-Jährige arbeitet seien die Reaktionen positiv ausgefallen: «Wenn jemand Potential hat, dann du, haben sie gesagt. Sie hätten schon immer gewusst, dass ich einmal berühmt werde.»

Dass mit dem berühmt werden sei auch ihr Ziel. «Klar wäre es schön, irgendwann auch international bekannt zu sein.» Aber für sie steht ein anderer Gedanke im Zentrum: «Ich möchte den Frauen auf der Welt zeigen, dass sie die Hoffnung nie aufgeben dürfen und an sich glauben sollen.» Dünn sein, sei nicht mehr länger der Trend. Dies zeigen auch die viele Shows für Plus Size Models. «Ein bisschen Hüftspeck gehört immer mehr zum Schönheitsideal und dass macht mich glücklich. Endlich, endlich gibt es einen Trend, in den ich hinein passe».

Die Wahl zur Miss Plus Size findet am 19. November in Zürich statt. Nebst Martina Zellweger kämpfen zwei weitere Frauen aus dem FM1-Land um den Titel. Anita Balic aus St.Margrethen und Manuela Orlik aus Sumvitg in Graubünden.

(abl)


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