In St. Gallen sind Amtsärzte gesucht

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Symbolbild © APA/HELMUT FOHRINGER/KEYSTONE
Im Kanton St. Gallen wird die Suche nach neuen Amtsärztinnen und Amtsärzten immer schwieriger. In einigen Regionen kommt es deswegen bereits zu längeren Wartezeiten. Die Regierung muss nun in einem Bericht aufzeigen, wie sie die Situation verbessern will.

Gefragte Amtsärzte: Sie müssen immer wieder ausrücken, um fürsorgerische Unterbringungen zu überprüfen oder um aussergewöhnliche Todesfälle abzuklären – mitten in der Nacht, am Wochenende, an Feiertagen oder mitten in der Sprechstunde mit Patienten.

Die Tätigkeit sei abwechslungsreich, heisst es in einer Mitteilung des St. Galler Gesundheitsdepartements vom Montag. Trotz intensiver Suche und Werbung werde es aber immer schwieriger, dafür Ärztinnen und Ärzte zu finden.

Kaum junge Amtsärzte

Zur Entlastung hat das Gesundheitsdepartement bereits Amtsärzte mit beschränkten Aufgaben ernannt, welche nur aussergewöhnliche Todesfälle oder fürsorgerische Unterbringungen beurteilen.

Aktuell sind im Kanton noch zwei Amtsärztinnen und 21 Amtsärzte tätig. Die grosse Mehrheit sei über 50 Jahre alt, drei hätten das Pensionsalter schon länger erreicht, heisst es in der Mitteilung.

Gleiche Probleme in anderen Kantonen

Mit diesen Problemen steht St. Gallen nicht alleine da: In einer Umfrage hätten mehrere Kantone angegeben, dass es künftig nicht mehr möglich sein werde, das Amtsarzt-Modell mit niedergelassenen Ärzten zu garantieren. Der Kanton Bern habe bereits auf Ende 2014 allen Amtsärzten gekündigt – der Kanton Aargau werde das Modell auf Ende 2016 aufgeben. Die meisten Aufgaben würden dort von den rechtsmedizinischen Instituten abgedeckt.

Im Kanton St. Gallen hat Gesundheitschefin Heidi Hanselmann am Montag die Amtsärztinnen und Amtsärzte eingeladen und dabei auf die schwierige Situation aufmerksam gemacht. In der Novembersession wurde ein Postulat überwiesen, das von der Regierung konkrete Lösungsvorschläge verlangt.

(SDA)


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