Inländische Getränke unter Druck

Die Frankenstärke und Parallelimporte haben 2015 dafür gesorgt, dass in den Verkaufsregalen mehr ausländische Erfrischungsgetränke als im Vorjahr standen. (Symbolbild)
Die Frankenstärke und Parallelimporte haben 2015 dafür gesorgt, dass in den Verkaufsregalen mehr ausländische Erfrischungsgetränke als im Vorjahr standen. (Symbolbild) © KEYSTONE/GAETAN BALLY
Inländische Getränke sind in der Schweiz unter Druck: Die Einfuhren an Erfrischungsgetränken sind im vergangenen Jahr um rund 10 Prozent auf 133 Millionen Liter gestiegen. Die Exportmenge brach dagegen um rund 16 Prozent auf 35 Millionen Liter ein.

Insgesamt reduzierte sich die Inlandsproduktion bei Erfrischungsgetränken laut einer Publikation des Verbandes Schweizerischer Mineralquellen und Soft-Drink-Produzenten im Jahr 2015 um 2 Prozent auf 506 Millionen Liter. Der Gesamtverkauf nahm allerdings um 1,5 Prozent auf 603 Millionen Liter zu.

Als Hauptgründe für diese Entwicklung nannte der Präsident des Verbandes, Erland Brügger, der gleichzeitig Chef von Rivella ist, am Mittwoch vor den Medien in Zürich die Frankenstärke und die damit einhergehende Zunahme des Einkaufstourismus sowie der Parallelimporte. So spiegeln die Zahlen beispielsweise die vorgenommenen Parallelimporte von Denner oder Landi wider.

Ganz ähnliche Entwicklungen waren 2015 auch im Geschäft mit Mineralwasser zu verzeichnen, obwohl der extrem heisse Sommer zu einem beachtlichen Wachstum um rund 5 Prozent auf fast 1 Milliarde Liter an Wasser geführt hat. Die Importe nahmen um rund 8,5 Prozent auf 394 Millionen Liter zu.

Die Produktion an natürlichem Mineralwasser in der Schweiz stieg aber – anders als bei Erfrischungsgetränken – um rund 2,3 Prozent auf fast 600 Millionen Liter. Auch die Exporte erhöhten sich – auf niedrigem Niveau – um rund 4 Prozent auf rund 8 Millionen Liter.

Die Einfuhren an Mineralwasser, die zu fast 50 Prozent aus Italien, zu 42 Prozent aus Frankreich und zu rund 10 Prozent aus Deutschland stammen, machen laut Verbandsangaben rund 41 Prozent der gesamten Verkäufe an Mineralwasser der Schweiz aus.

Die Branche hat derzeit neben der Frankenstärke, die zu höheren Importen führt, noch mit weiteren Trends zu kämpfen: Etwa den vermehrten Ausschank von Leitungs- statt Mineralwasser, die Swissness-Gesetzgebung in der Lebensmittelbranche, den Margendruck im Detailhandel sowie den Kampf gegen Übergewicht, dessen Ursachen nicht selten auch im vermehrten Konsum von zuckerhaltigen Erfrischungsgetränken gesehen werden.

Die Branche steht nach Verbandsangaben für rund 20’000 Arbeitsplätze im Inland sowie einem Umsatz von rund 1,2 Milliarden Franken.

(SDA)


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