Lohnverhandlungen werden härter

Künftig soll es keinen Zins mehr auf die Bundessteuer geben. (Symbolbild)
Künftig soll es keinen Zins mehr auf die Bundessteuer geben. (Symbolbild) © KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER
Der starke Franken und die sinkenden Preise machen die Lohnverhandlungen schwieriger. Eine Umfrage der Grossbank UBS bei 357 Firmen und Verbänden zeigt, dass die Lohnerhöhungen in diesem Jahr in allen Branchen kleiner ausfallen dürften als im letzten Jahr.

Angestellte in der Textilindustrie, den Medien, der Materialien- und Baustoffbranche sowie dem Tourismus müssen sogar mit einer Nullrunde rechnen. Die höchsten Lohnerhöhungen – nämlich 1 Prozent – gibt es bei den Anbietern von Dienstleistungen für Unternehmen, in der Chemie- und Pharmabranche und im Bereich Informatik und Telekom.

Ebenfalls eher grosszügige Lohnerhöhungen erhalten die Mitarbeiter in der Energiebranche, bei den Banken und Versicherungen und im öffentlichen Sektor. Hier steigen die Löhne zwischen 0,7 und 0,8 Prozent. Über alle Branchen hinweg dürften die Löhne der Umfrage zufolge um durchschnittlich 0,5 Prozent zunehmen.

Doch selbst wer gar keine Lohnerhöhung erhält, gewinnt laut UBS an Kaufkraft. Die Grossbank prognostiziert nämlich für das nächste Jahr eine negative Inflation von minus 0,4 Prozent. Demnach resultiere auch für Branchen mit erwarteter nominaler Nullrunde eine Reallohnerhöhung von durchschnittlich 0,4 Prozent, schreibt die UBS in einer Mitteilung vom Mittwoch.

Da die Löhne der Umfrage zufolge durchschnittlich um 0,5 Prozent steigen, würde die Kaufkraft wegen der Negativinflation folglich im Schnitt um 0,9 Prozent zunehmen. Allerdings werden beispielsweise die Krankenkassenprämien nicht in den Schweizer Inflationsindex eingerechnet. Steigen diese, sinkt die Kaufkraft, ohne dass dies die Reallohnentwicklung abbildet.

Die Umfrage zeigt auch, in welchen Branchen Stellen ab- oder aufgebaut werden. Zum stärksten Abbau kommt es den Resultaten zufolge in diesem und nächsten Jahr in der Textilbranche. Der grösste Zuwachs ist im laufenden Jahr im öffentlichen Sektor zu erwarten. Nächstes Jahr wollen die Anbieter von Dienstleistungen für Unternehmen am meisten Leute einstellen.

Die Firmen wurden zudem gefragt, wie sie auf die Aufhebung des Mindestkurses reagierten. Von jenen Firmen, die überhaupt Massnahmen ergriffen, mussten 59 Prozent die Margen reduzieren. 8 Prozent gaben an, in gewissen Bereichen die Nominallöhne reduziert zu haben oder dies zu planen.

(SDA)


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