Investmentbanking weiterhin Hauptgeschäft der Credit Suisse

Die Credit Suisse hängt weiterhin von den Erträgen ihrer Investmentbank ab.
Die Credit Suisse hängt weiterhin von den Erträgen ihrer Investmentbank ab. © KEYSTONE/WALTER BIERI
Die Credit Suisse hat seit Ende Oktober 2015 eine neue Struktur. Um weiterhin einen Vergleich zu haben, hat die Grossbank revidierte Kennzahlen bekannt gegeben. Sie zeigen unter anderem die eigentlichen Ertragspfeiler der Bank: Die Schweiz und das Handelsgeschäft.

Die Grossbank Credit Suisse unterschied in der Vergangenheit bei der Finanzberichterstattung nur zwischen der Vermögensverwaltung, der Investmentbank und den zentralen Diensten. Das ergab entsprechend dieser Aufteilung auch eine eher grobkörniges Bild. Dieses wird sich jetzt mit der neuen Struktur verfeinern. Die grösste Änderung ist dabei, dass künftig zwischen der Schweizer und der internationalen Credit Suisse unterschieden werden kann.

Das internationale Geschäft besteht aus den zwei regional abgegrenzten Vermögensverwaltungseinheiten “International Wealth Management” und “Asia Pacific” sowie der Investmentbank, die in das Handels- und das Beratungsgeschäft aufgeteilt ist. Das gesamte inländische Geschäft wurde dagegen in der “Swiss Universal Bank” zusammengefasst.

Ergänzt werden diese Einheiten mit einem deutlich abgespeckten Corporate Center und einer neu geschaffenen Einheit für Geschäfte, die die Credit Suisse nicht mehr weiterführen will. Im Gegensatz zur Vergangenheit zählt die Grossbank das Ergebnis dieser “Strategic Resolution Unit” auch nicht mehr zum Kernresultat der Bank.

Credit Suisse hat sich damit eine Möglichkeit geschaffen, Verluste wenigstens optisch auszulagern. Seit 2011 wies zurückgerechnet diese Einheit jedenfalls stets Verluste aus. Für die ersten drei Quartale des vergangenen Jahres belief er sich gemäss der Zusammenstellung der Credit Suisse auf 1,4 Milliarden Franken. Für 2014 wird ein Minus von 3,6 Milliarden Franken angegeben.

Deutlich attraktiver als zu Zeiten des US-amerikanischen CS-Chefs Brady Dougan dagegen präsentiert sich das Schweizer Geschäft. Mit einem neu errechneten Vorsteuergewinn von fast 2 Milliarden Franken 2014 ist es hinter der Investmentbank das zweit wichtigste Standbein der Bank. Das Internationale Vermögensverwaltungsgeschäft und Asien rangieren mit Vorsteuergewinn von 1,2 respektive 0,9 Milliarden Franken deutlich dahinter.

Die neue Aufteilung zeigt aber auch, dass trotz anderslautender Ankündigungen die Credit Suisse nach wie vor hauptsächlich eine Investmentbank ist. Mit 3,2 Milliarden Franken Vorsteuergewinn 2014 bleibt sie auch innerhalb der neuen Struktur der mit Abstand wichtigste Ertragspfeiler der Bank. Dies obwohl in der neuen Struktur Teile der Investmentbank an die Schweizer Universalbank und an die Asien-Einheit ausgelagert wurden.

Mit der geplanten Abspaltung der Schweizer Bank in einem Jahr nimmt zudem das Gewicht der Investmentbank in der internationalen CS noch weiter zu. Wenn die Ertragsverhältnisse gleich bleiben, wird sie dannzumal für 60 Prozent der Gewinne dieser internationalen Grossbank verantwortlich sein.

Die neue Aufteilung der Investmentbank in das Handelsgeschäft (Global Markets) sowie das Kredit- und Beratungsgeschäft (Investment Banking & Capital Markets) macht auch erneut deutlich, dass im Investmentbanking vor allem das Handeln mit Aktien und Zinspapieren lukrativ ist. Mit einem Vorsteuergewinn von 2,7 Milliarden Franken war dieser Handel 2014 die eigentliche Milchkuh innerhalb der Investmentbank.

(SDA)


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 1000 Zeichen