IOC-Chef Bach fordert Reformen bei der WADA

IOC-Chef Thomas Bach präsentierte in Prag interessante Vorschläge
IOC-Chef Thomas Bach präsentierte in Prag interessante Vorschläge © KEYSTONE/EPA/FILIP SINGER
Die Arbeit der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) soll durch eine radikale Reform künftig unabhängiger, effektiver und koordinierter ablaufen. Dies fordert IOC-Chef Thomas Bach.

Bach präsentierte in Prag einen Drei-Punkte-Plan und konkretisierte darin entsprechende Vorschläge vom Olympic Summit im Oktober. So soll mit einer speziellen Abteilung für das Management von Dopingkontrollen innerhalb der WADA und eigenen professionellen Ermittlern auf den jüngsten Dopingskandal in Russland reagiert werden.

Alle sich aus künftigen Dopingfällen ergebenden Sanktionen sollten nur noch durch den Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne ausgesprochen werden, schlug Bach an der Generalversammlung der Europäischen Olympischen Komitees (EOC) vor. Sportverbände würden ihr Anti-Doping-System in die neue WADA-Abteilung überleiten und ihr die Ermittlungsergebnisse zur Verfügung stellen. “Diese Organisation sollte auch die Arbeit der nationalen Anti-Doping-Agenturen koordinieren, um ein stromlinienförmiges, effektives und weltweit harmonisiertes Anti-Doping-System zu gewährleisten”, sagte Bach. Die Regierungen sollten die Arbeit der neuen Abteilung “sowohl logistisch als auch finanziell” unterstützen.

Russland attestierte Bach, “einige sehr wichtige erste Schritte” zur Bewältigung seines gravierenden Dopingskandals getan zu haben. Zu diesen Massnahmen zählten “die Erneuerung, darunter neue Personen, darunter auch neue Ermittlungen”.

Der russische Leichtathletik-Verband war vor einer Woche aus dem Weltverband ausgeschlossen worden. Um wieder Mitglied zu werden und das Startrecht für seine Athleten zu erlangen, muss Russland harte Auflagen der IAAF und der Welt Anti-Doping-Agentur (WADA) erfüllen. So hat die IAAF am Donnerstag in einem Fünf-Punkte-Plan unter anderem die sofortige Bestrafung aller Verantwortlichen und die Etablierung eines effektiven Anti-Doping-Gesetzes gefordert.

Die WADA hatte die russische Anti-Doping-Agentur RUSADA am Mittwoch suspendiert, weil sie die Regeln nicht eingehalten hat. Dem Moskauer Dopingkontroll-Labor wurde die Akkreditierung entzogen. Solange die RUSADA nicht alle Vorgaben erfüllt, kann Russland kein Sport-Grossereignis mehr organisieren

(SI)


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