«Jammerschade, aber trotzdem schön»

Von Fabienne Engbers
Diese drei Buben bleiben heute am Schermen und unter dem Regenschirm.
Diese drei Buben bleiben heute am Schermen und unter dem Regenschirm. © FM1Today/Fabienne Engbers
Statt bimmelnden Kuhglocken, jodelnden Sennen und lachenden Kindern hörte man am Dienstag an der Viehschau in Appenzell vor allem eins: das Plätschern des Regens. Petrus war der Viehschau nicht gut gesinnt. Die Bauern störte das wenig.

«Nässer wird man nicht mehr», sagt Daniel Koch aus Gonten, als er eine Kuh anbindet. Die Appenzeller Bauern sind trotz Regenwetter fleissig bei der Arbeit, richten ihre Kühe für die Viehschau her und stellen sie am richtigen Ort hin. Nachdem die Viehschau Appenzell jahrelang Wetterglück hatte, folgt dieses Jahr eine umso nassere Viehschau. Nach dem Einlauf der Sennen mit ihrem Vieh, den viele unter Dach oder mit einem Regenschirm über dem Kopf beobachten, flüchten viele ins trockene Restaurant.

«Es muss halt»

Die Bauern sind, nachdem sie mit den Kühen bereits vom Stall bis nach Appenzell auf den Brauereiplatz fuhren, schon völlig durchnässt. Viele stört das kaum. «Es muss halt», sagt Urs, der mitsamt seinem Vieh auf dem Brauereiplatz steht und den Regen auf sich herabprasseln lässt. «Wir würden auch lieber unters Dach, aber für dieses Tag machen wir das halt.»

«Es ist ein bisschen feucht, aber das ist egal», sagt Daniel Koch aus Gonten. Auch seinem Vieh ist der Regen schnurz. «Die Kühe mögen es, wenn es regnet, die sind ja den Rest des Jahres auch draussen.»

Ronja schützt sich mit Schirm und Mantel gegen den Regen. (Bild: FM1Today/Fabienne Engbers)

Ronja schützt sich mit Schirm und Mantel gegen den Regen. (Bild: FM1Today/Fabienne Engbers)

«Mir gefällt es gut, trotz dem Wetter», sagt die kleine Ronja. Sie ist mit ihren Kühen den Weg hergelaufen. Jetzt ist sie «pflutschnass». «Aber jetzt gehen wir an den Schermen und wärmen uns auf.» Über ihrer Tracht trägt sie einen durchsichtigen Regenmantel und ausserdem hat sie einen Schirm dabei, damit die schönen Zöpfe nicht kaputt gehen.

«Es ist schade!»

Während sich die Bauern wenig aus dem Regen und den fehlenden Besuchern machen, freuen sich die Frauen hinter den Marktständen wenig. «Es ist jammerschade», sagt eine Marktfrau aus St.Gallen. Der Regen tut dem Geschäft nicht gut. Wo die Bauern keine Einbussen haben, gehen den Menschen hinter den Marktständen die Einnahmen flöten. Öpfelchüechli, Bratwurst und Raclette sind kaum gefragt, die Besucher suchen sich lieber einen Platz im Trockenen.

Die Betreiber dieses Marktstandes wurden schon am Morgen vom Regen vertrieben. (Bild:FM1Today/Fabienne Engbers)

Die Betreiber dieses Marktstandes wurden schon am Morgen vom Regen vertrieben. (Bild:FM1Today/Fabienne Engbers)

«Zum Glück ist es am Nachmittag besser», sagt eine Appenzellerin. Dank der Sonne wird es auch ein wenig wärmer. «Am Morgen mussten wir unseren Marktstand mit Plastikplanen eindecken und uns warm anziehen, jetzt ist es zum Glück besser.»

«Stimmung ist trotzdem gut»

Carlo und seine Frau sind extra aus Luzern angereist. Dass sie nun völlig verregnet werden, stört die beiden nur mässig. «Es herrscht trotzdem eine gute Stimmung, es ist lässig hier», sagt er.

Dem stimmen auch viele Einheimische zu, die es sich trotz Regen nicht vermiesen lassen und einen prüfenden Blick auf das ausgestellte Vieh werfen.

(enf)


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