«Jede Frau steht auf Motocross-Fahrer»

«Jede Frau steht auf Motocross-Fahrer»
© Raphael Rohner / FM1Today
Am 55. Motocross in Amriswil geht es wild zu und her. Nicht nur auf der Rennpiste wird Gas gegeben. Es gilt der Grundsatz: Wer bremst muss den Dreck des Geschwinderen fressen.

«Wir sind schnell unterwegs, machen waghalsige Sprünge, haben einen Töff und müssen sportlich fit sein – kein Wunder bekommen wir alle Mädchen.» Ein Motocrossfahrer wischt sich etwas Dreck und Schweiss aus dem Gesicht und setzt sich wieder auf den Töff. Er ist einer der rund 250 Fahrer am 55. Amriswiler Motocross. Die Luft riecht nach Benzin, es ist staubig und der Lärm ist ohrenbetäubend. Dennoch säumen viele Fans den Pistenrand: «Was soll ich sagen, es ist einfach geil – und den Kindern gefällts. Der Frau halt weniger», lacht ein Familienvater aus Bischofszell. Die Leute lassen sich von packenden Rennen fesseln und staunen über die Sprünge der Fahrer. Einige der Zuschauer kommen nicht nur wegen dem Rennen an die Strecke, sondern wegen den Männern.

Im Fahrerlager kennengelernt: «Da hat es gefunkt!»

Sara und Simone aus dem Thurgau kommen seit einigen Jahren ans Rennen weil sie die Fahrer besonders attraktiv finden. Besonders einer hat es Simone angetan: «Ich war einfach hier und habe mich in diesen Fahrer verliebt. Er ist mutig und ein echter Draufgängertyp halt.» Man habe sich dann nach dem Rennen im Fahrerlager kennengelernt und am Abend an der Party Nummern ausgetauscht. Mittlerweile sind die beiden schon mehrere Jahre ein Paar. «Jetzt schaue ich die spannenden Rennen und fiebere mit wenn er seine Runden dreht.» Auch begleite sie ihren Schatz auf dem Töff an den Start.

«Dreck fressen nur Verlierer»

Die Motocrossfahrer messen sich in 17 Klassen. Dabei sind Teams aus über neun Nationen. Im Fahrerlager stehen die Teambusse. Darunter Teams aus den Niederlanden, Grossbritannien, Portugal, Deutschland und Dänemark. Bei den Teams ist die Stimmung gut: «Hier in Amriswil ist es immer riesig, hier feiert das ganze Dorf unseren Sport», schwärmt etwa der 24-jährge Ruud aus Holland. «Er lerne immer tolle Leute kennen, vor allem nach dem Rennen: Hier sind die Leute ziemlich offen, es kann alles passieren – wer bremst frisst den Dreck des Vorderern.» Am Ende gewinnt also nicht nur auf der Piste der Geschwindere.

Das Motocross Amriswil läuft noch bis am Sonntagabend.

(rar)


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