Jugendknast ist out

Zum Glück rückläufig: Straffällige Jugendliche.
Zum Glück rückläufig: Straffällige Jugendliche. © KEYSTONE/Martin Ruetschi
Jugendliche werden weniger in den stationären Stafvollzug gesteckt. Gemäss Bundesamt für Statistik waren es letzten Herbst 433 Minderjährige, halb soviel wie vor zehn Jahren.

Bereits zum fünften Mal sinkt die Gesamtzahl der strafrechtlich platzieren Minderjährigen. Weshalb ist unklar: “Es dürften mehrere Faktoren mitspielen, insbesondere der starke Rückgang der Jugendgewalt”, sagt Marcel Riesen-Kupper, Präsident der Schweizer Vereinigung für Jugendstrafrechtspflege.

Auch wurde in den letzten Jahren die Schutzmassnahmen stärker individualisiert. “Wir versuchen, die erfolgsversprechendsten Massnahmen anzuorden, um Rückfälle bei Jugendlichen möglichst zu vermeiden”, sagt Riesen-Kupper.

Erwachsene machen keine grosse Fortschritte

Während eines stationären Massnahmenvollzugs besteht häufig die Möglichkeit, eine Lehre zu absolvieren. Dies setzt Fähigkeiten voraus, die nicht alle Jugendlichen mitbringen. “Für sie gilt es andere Lösungen zu finden”, sagt Riesen-Kupper. Dementsprechend steigt der Anteil an ambulanten Schutzmassnahmen.

Beim Erwachsenenvollzug kann das Bundesamt für Statistik keine Veränderung beobachten. Am Stichtag im September 2015 waren 3673 Personen in den Justizvollzugsanstalten inhaftiert. Das sind 15 Personen weniger als letztes Jahr. Die Belegungsrate lag im Ostschweizer Strafvollzugskonkordat bei 85 Prozent, in der Nordwest- und Innerschweiz bei 88 Prozent. Im lateinischen Konkordat sind die Gefängnisse mit 108 Prozent überbelegt. Dies geht aus der Stichtagserhebung des BFS hervor. (agm)


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