Juncker kündigt «unnachgiebige» Haltung an

Will im Streit mit Grossbritannien um den EU-Austritt des Landes nicht nachgeben: EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker. (Archiv)
Will im Streit mit Grossbritannien um den EU-Austritt des Landes nicht nachgeben: EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker. (Archiv) © KEYSTONE/AP/GEERT VANDEN WIJNGAERT
Im Streit um den EU-Austritt Grossbritanniens hat EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker eine harte Haltung angekündigt. Europa werde angesichts der britischen «Manöver» rund um den Brexit «unnachgiebig» bleiben, sagte Juncker am Freitag in Paris.

«Man kann nicht mit einem Fuss drinnen und mit einem Fuss draussen sein. Und mit dem Fuss, der draussen ist, alles zertrampeln, was aufgebaut wurde», sagte Juncker.

Die Regierung in London hatte angekündigt, sie wolle nach dem Austritt Grossbritanniens aus der Europäischen Union die Freizügigkeit für EU-Bürger einschränken. Gleichzeitig will London aber auch nach dem Austritt aus der EU freien Zugang zum europäischen Binnenmarkt haben.

Juncker wies dies am Freitag in Paris entschieden zurück: Wenn Grossbritannien einen freien Zugang zum EU-Binnenmarkt haben wolle, dann müssten «alle Regeln und alle Freiheiten rund um den Binnenmarkt vollständig eingehalten werden».

Zuvor hatte sich bereits Frankreichs Staatschef François Hollande mit ungewohnt scharfen Worten zum Brexit geäussert. «Es muss eine Drohung geben, es muss ein Risiko geben, es muss einen Preis haben», sagte Hollande am Donnerstagabend in Paris mit Blick auf die Brexit-Verhandlungen.

«Grossbritannien hat sich für einen Brexit entschieden, ich glaube sogar, für einen harten Brexit.» Nun müsse der Wille der Briten auch umgesetzt werden.

Die Äusserungen des französischen Präsidenten wurden mit verantwortlich gemacht für eine rasante Talfahrt des britischen Pfund an den asiatischen Märkten am Freitagmorgen. In Tokio rutschte das Pfund zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit 1985.

(SDA)


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