Kämpfe beim indischen Konsulats in Nordafghanistan beendet

Ein Fahrzeug der afghanischen Sicherheitskräfte am Montag vor dem indischen Konsulat in der nordafghanischen Stadt Masar-i-Scharif.
Ein Fahrzeug der afghanischen Sicherheitskräfte am Montag vor dem indischen Konsulat in der nordafghanischen Stadt Masar-i-Scharif. © /EPA/MUTLIB SULTANI
Afghanische Soldaten haben am Montagabend in Masar-i-Scharif eine 24-stündige Belagerung in der Nähe des indischen Konsulats in Nordafghanistan beendet. Dabei seien mehrere Aufständische getötet worden.Dies sagte der Vize-Polizeichef der Provinz Balch im Norden des Landes.

Drei bewaffnete Männer hätten sich in einem grossen Haus versteckt, nachdem sie am Sonntagabend erfolglos versucht hätten, das Konsulat zu stürmen. Afghanische Soldaten lieferten sich heftige Gefechte mit den Angreifern. Acht Soldaten wurden dabei verletzt.

Ermittlungen liefen, um herauszufinden, wer hinter dem Angriff stecke, sagte der Vize-Polizeichef. Der Provinzgouverneur Atta Mohammed Nur machte “Feinde von Frieden und Stabilität” für den Angriff verantwortlich. Das Gebiet sei abgeriegelt.

“Die Angreifer wurden getötet”, teilte er auf Facebook mit. Der indische Botschafter erklärte, die Beschäftigten des Konsulates seien alle in Sicherheit.

Die bewaffneten Angreifer hatten am Sonntag versucht, das Konsulat zu stürmen. Sie verschanzten sich in einem nahe dem Konsulat gelegenen Gebäude. Die afghanische Polizei riegelte die Gegend vollständig ab. Die Sicherheitskräfte gingen nach eigenen Angaben vorsichtig vor, um keine Zivilisten in dem Wohngebiet zu gefährden.

Zunächst bekannte sich niemand zum Angriff. In der Vergangenheit waren in Afghanistan immer wieder indische Ziele attackiert worden. Im August 2013 wurden bei einem Selbstmordanschlag auf das indische Konsulat in der östlichen Stadt Dschalalabad neun Zivilisten getötet, darunter sieben Kinder.

2008 wurden bei einem Autobombenanschlag auf die indische Botschaft in Kabul 60 Menschen getötet, und 2009 wurde erneut ein Selbstmordanschlag auf die Botschaft verübt.

In Indien selbst war am Samstag ein Luftwaffenstützpunkt nahe der pakistanischen Grenze angegriffen worden. Bei stundenlangen Kämpfen wurden sieben Soldaten und mindestens vier Angreifer getötet. Auch am Montag waren noch vereinzelt Schüsse auf dem Gelände zu hören, wie ein AFP-Korrespondent berichtete. Indische Soldaten durchsuchten die Militärbasis in Kaschmir.

Zu dem Angriff bekannte sich die pakistanische Islamistengruppe Jaish-e-Mohammed, die für die Abspaltung der mehrheitlich muslimischen Bergregion Kaschmir von Indien kämpft. Der Angriff könnte die Wiederaufnahme der Friedensgespräche zwischen Indien und Pakistan gefährden.

Indien unterstützt die afghanische Regierung, die ebenfalls angespannte Beziehungen zu Pakistan hat. Die Regierungen in Neu Delhi und Kabul werfen Islamabad vor, die radikal-islamischen Taliban zu unterstützen, die gegen die vom Westen unterstützte afghanische Regierung kämpfen. Beobachter warnen immer wieder davor, dass Indien und Pakistan in Afghanistan einen Stellvertreterkrieg starten könnten.

In Pakistan hatte im Juli eine erste Runde von Friedensgesprächen mit den Taliban stattgefunden, doch die späte Bestätigung des Todes von Taliban-Anführer Mullah Omar brachte die Verhandlungen wieder zum Stillstand.

Bei einem Anschlag auf einen von Ausländern bewohnten Komplex nahe des Flughafens der afghanischen Hauptstadt Kabul ist am Montag mindestens ein Mensch getötet worden. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden ausserdem mindestens 30 afghanische Zivilisten verletzt, darunter neun Kinder.

Wenige Stunden zuvor hatte sich im selben Viertel ein Attentäter nahe eines Polizeipostens in die Luft gesprengt. Nach Polizeiangaben zündete der Mann seinen Sprengsatz vorzeitig in seinem Auto, nachdem er von Sicherheitskräften entdeckt worden sei. Ausser dem Täter habe es keine weiteren Opfer gegeben.

Ein Sprecher des Innenministeriums sagte, der Anschlag habe einem Konvoi ausländischer Fahrzeuge gegolten, der das Gebiet durchquert habe. Die deutsche Bundeswehr beklagte denn auch zwei verletzte Soldaten.

(SDA)


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