Kantonalbanken steigern dank Swisscanto-Verkauf Gewinne

Bancomaten der St. Galler Kantonalbank: Sie ist eine der wenigen, die im vergangenen Jahr weniger Gewinn gemacht hat.
Bancomaten der St. Galler Kantonalbank: Sie ist eine der wenigen, die im vergangenen Jahr weniger Gewinn gemacht hat. © KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER
Die 24 Schweizer Kantonalbanken haben im vergangenen Jahr trotz Tiefstzinsen mehr Gewinn erwirtschaftet. Dies liegt allerdings in erster Linie an einem Sondereffekt: Dem Verkauf der Fondsgesellschaft Swisscanto. Im operativen Geschäft lief es nämlich durchzogen.

Der wichtigste Ertragspfeiler der Kantonalbanken, das Zinsgeschäft, brachte leicht weniger ein als im Vorjahr. Sein Anteil am gesamten Geschäftsertrag aller Kantonalbanken sank von 64 auf 62 Prozent. Dies, obwohl die Kunden mehr Gelder zu den Kantonalbanken brachten und diese auch mehr ausliehen.

Etwas mehr verdient haben die Kantonalbanken im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft, also etwa mit Gebühren für die Kontoführung. Dies geht aus einer Mitteilung des Verbandes Schweizerischer Kantonalbanken vom Montag hervor.

Den deutlichsten Anstieg gab es jedoch beim kleinsten der drei Ertragspfeiler, dem Eigenhandel. Hier wuchsen die Einnahmen aufgrund des volatilen Marktes um fast einen Drittel. Dennoch trägt das Segment nach wie vor nur rund einen Zehntel zum Gesamtertrag der Kantonalbanken bei.

Insgesamt stieg der Geschäftsertrag der 24 Schweizer Kantonalbanken im vergangenen Jahr um 3,6 Prozent auf 8,6 Milliarden Franken. Gleichzeitig stiegen jedoch auch die Kosten. Dadurch verringerte sich der Geschäftserfolg um 0,7 Prozent auf 3,3 Milliarden Franken.

Unter dem Strich stand dennoch fast überall ein Plus. Lediglich vier der 24 Kantonalbanken erzielten weniger Gewinn: Die Banque Cantonale du Jura, die Luzerner Kantonalbank, die St. Galler Kantonalbank und – ganz knapp – die Appenzeller Kantonalbank.

Der Gewinn aller Kantonalbanken zusammengenommen stieg um mehr als 9 Prozent auf 2,8 Milliarden Franken. Dies freut auch die Kantone: Sie profitierten im vergangenen Jahr von Ausschüttungen in der Höhe von insgesamt 1,5 Milliarden Franken. 2014 waren es 1,4 Milliarden Franken gewesen.

Dass die Gewinne trotz des durchzogenen operativen Geschäfts stiegen, ist insbesondere auf die sprudelnden ausserordentlichen Erträge zurückzuführen. Im Frühling vergangenen Jahres hatten alle Kantonalbanken ihre Anteile am vormals gemeinsamen Fondsanbieter Swisscanto der Zürcher Kantonalbank (ZKB) verkauft. Dies trieb bei 23 der 24 Kantonalbanken den Gewinn in die Höhe.

Im laufenden Jahr wird dieser Sondereffekt wegfallen. Das Geschäftsumfeld bleibe aber schwierig, schreibt der Kantonalbanken-Verband. Entsprechend ist der Ausblick zurückhaltend: Man rechne mit einem vergleichbaren Ergebnis wie im vergangenen Jahr – einfach ohne den Sondereffekt, sagte Christian Leugger vom Verband Schweizerischer Kantonalbanken gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

(SDA)


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 1000 Zeichen