Kater Oskar hat es nicht geschafft

Von Felix Unholz
Kater Oskar ist schon wieder in der Notaufnahme.
Kater Oskar ist schon wieder in der Notaufnahme. © Twitter/Boris Baldinger
Kater Oskar weckte nachts seine Besitzer aus dem Schlaf. Sein Fell stank grässlich nach Benzin. Der Verdacht des Herrchens: “Jemand wollte meinen Kater anzünden.” Knapp zwei Wochen bangten er und seine Partnerin um das Leben ihres Vierbeiners. Nun ist er tot.

Noch vor einer halben Woche sah es wieder besser aus für den Familien-Kater Oskar aus Rapperswil-Jona. Sein Herrchen, der Fotograf Boris Baldinger, vermeldete auf Twitter die vermeintlich erfreuliche Nachricht.

Der Kater war am 10. März nachts um drei nach Hause gekommen und sei völlig verstört gewesen. Er sei in eine stinkende Flüssigkeit getränkt gewesen, als ob ihn jemand mit Benzin übergossen hätte. Die Tierärztin empfing den Notfall-Patienten noch in der gleichen Nacht und stellte eine Verhärtung der Hornhaut fest.

Ein Auf und Ab für Kater Oskar

Kater Oskar schien auf dem Weg zur Besserung, doch vorgestern Abend verschlechterte sich sein Zustand wieder schlagartig, wie Boris Baldinger schildert: “Wir haben ihn vorgestern Abend gegen halb neun in die Notaufnahme gebracht, weil er sehr schlecht atmete.” Das Büsi und sein Besitzer hatten die vergangenen Tage ein Auf und Ab erlebt: “Immer wenn er an der Infusion war, war er stabil, doch zu Hause ass er dann wieder nicht.” Auf Twitter teilt Baldinger seinen Followern mit:

“Wir wünschen uns, dass es schnell zu Ende geht oder dass er bald wieder gesund wird”, sagte Baldinger gestern, der zum Zeitpunkt des Telefonates mit FM1Today noch auf die Resultate einer Röntgenaufnahme wartete.

Katzenfreunde spenden Trost

Die Anteilnahme am Schicksal des Tieres war gross: Unter dem Hashtag #TeamOskar meldeten sich unzählige Katzenfreunde. “Es gibt auch immer wieder Leute, die mich anrufen oder auf Facebook schreiben. Viele Leute kümmern sich und das ist schon schön”, sagt Baldinger und bedankt sich: 

Kater Oskar muss gehen

Einschläfern lassen wollte Baldinger das Büsi gestern noch nicht, obwohl sich der Zustand des Katers noch einmal verschlechtert hatte. Heute Morgen kam dann aber die Nachricht:

Es habe keine andere Wahl mehr gegeben für Kater Oskar: “Er wartete, bis wir da waren. Danach ging alles sehr schnell.” Kater Oskars Lunge war trotz Behandlung mit Kortison so weit geschwollen, dass er sonst erstickt wäre. Die geschwollene Lunge sei eine Spätfolge des Benzins.

Strafanzeige gegen Unbekannt

Baldinger reichte Strafanzeige wegen Tierquälerei gegen Unbekannt ein. Es kann jedoch schwierig nachgewiesen werden, ob tatsächlich jemand mitten in der Nacht Kater Oskar mit Benzin übergossen hat. Laut Auskunft der Kantonspolizei St.Gallen ist der Fall bis jetzt noch ungeklärt. Baldinger schreibt uns heute Morgen zum Tod von Kater Oskar: “Wir sind unendlich traurig.”


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