Keine Benimm-Kurse für Flüchtlinge im Kanton St.Gallen

Von Michael Ulmann
Keine Benimm-Kurse für Flüchtlinge im Kanton St.Gallen
© Keystone/Gaetan Bally
Der Kanton Luzern führt vor der Fasnacht Benimm-Kurse für Flüchtlinge ein. Dies wegen den sexuellen Übergriffen an Silvester in Deutschland und verschiedenen Schweizer Städten. Die luzerner Behörden haben offenbar Angst, dass es an der Fasnacht zu ähnlichen Vorfällen kommt. Beim Kanton St.Gallen macht man sich deswegen keine Sorgen.

Der Kanton Luzern will mit einer Aufklärungskampagne sexuelle Übergriffe von Migranten an der Fasnacht vermeiden. In den Asylzentren werden entsprechende Flyer verteilt und Plakate aufgehängt. Darauf werden sexuelle Übergriffe thematisiert und es wird aufgezeigt, wie man in der Schweiz mit Frauen und Mädchen richtig umgeht.

Gut, aber…

René Hungerbühler, stellvertretender Leiter des Amtes für Migration des Kantons St.Gallen, findet die Idee grundsätzlich gut. Im Kanton St.Gallen brauche es dies aber nicht, sagt er gegenüber FM1. “Das Informieren der Asylbewerber über den richtigen Umgang mit anderen Menschen – speziell mit Frauen – ist eine ständige Aufgabe. Da unterscheiden wir nicht, ob nun Fasnacht ist oder nicht”, so Hungerbühler. Die Frage sei ausserdem, in welcher Sprache die Flyer verteilt oder die Plakate geschrieben werden, damit die Angesprochenen diese auch lesen können, gibt der Migrations-Experte zu bedenken.

Nach den Vorfällen in Deutschland hat das St.Galler Migrationsamt ohnehin den richtigen Umgang mit Frauen verstärkt thematisiert. Laut René Hungerbühler werden solche oder ähnlich wichtige Fragen zeitnah aufgenommen und direkt im Asylzentrum behandelt. Auch das Thema Fasnacht werde besprochen.

Keine Panikmache

Der Kanton Luzern betont, man wolle mit der Aufklärungskampagne den Fasnächtler keine Angst machen. Man wolle einfach alles dafür tun, damit es in der “fünften Jahreszeit” zu keinen (weiteren) sexuellen Übergriffen kommt.


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