Keine Kinder unter den Toten des TGV-Unglücks in Frankreich

In Eckwersheim nahe Strassburg entgleiste der Testzug. Anders als bisher befürchtet kamen keine Kinder beim Unfall ums Leben.
In Eckwersheim nahe Strassburg entgleiste der Testzug. Anders als bisher befürchtet kamen keine Kinder beim Unfall ums Leben. © KEYSTONE/AP/JEAN-FRANCOIS BADIAS
Beim schweren Unglück eines französischen TGV-Testschnellzugs waren nach Angaben der Behörden vier Kinder an Bord. Sie erlitten jedoch allesamt nur leichte Verletzungen. Bei dem Unglück wurden elf Menschen getötet und 42 weitere verletzt.

“Vier Minderjährige zwischen zehn und 15 Jahren” seien bei dem Test am Samstag mitgefahren, teilte die Staatsanwaltschaft am Montag mit. “Zum grossen Glück wurden sie nur leicht verletzt”, sagte der stellvertretende Staatsanwalt der Strassburger Staatsanwaltschaft, Alexandre Chevrier, mit Blick auf die Kinder an Bord.

Weshalb überhaupt Gäste in dem Testzugs gewesen seien, müssten die Ermittlungen zeigen. Insgesamt waren 53 Menschen an Bord des TGV.

Der Chef der staatlichen Bahngesellschaft SNCF, Guillaume Pepy, hatte sich im Radiosender France Info zuvor erstaunt über die Anwesenheit von Kindern in dem Zug gezeigt. Das sei bei der SNCF auf Testfahrten nicht üblich. “Ein Testzug ist ein Testzug”, sagte Pepy.

Von den Verletzten schwebten laut Chevrier vier am Montag weiter in Lebensgefahr. Es war das schwerste TGV-Unglück seit Inbetriebnahme des Hochgeschwindigkeitszugs 1981. Der Zug entgleiste nördlich von Strassburg bei Eckwersheim im Elsass.

Der Unglückszug bestand aus fünf Waggons, von denen die hinteren unter einer Brücke in den Rhein-Marne-Kanal stürzten. Die Lokomotive lag auf der Böschung. An den Rettungsarbeiten beteiligten sich rund hundert Einsatzkräfte der Gendarmerie, des Zivilschutzes und Taucher.

Die SNCF betonte, es gebe keinerlei Hinweise auf einen Zusammenhang mit den Anschlägen in Paris vom Freitagabend. Die Staatsanwaltschaft wollte “keine Ursache ausschliessen”; es spreche jedoch nichts vordringlich dafür, dass es Sabotage, eine kriminelle Handlung oder ein Anschlag gewesen sei.

Der sehr erfahrene Lokführer, der leicht verletzt wurde, habe beteuert, die Geschwindigkeit für den Streckenabschnitt eingehalten zu haben; er sei 176 Kilometer pro Stunde gefahren, sagte Chevrier. Aufschluss muss nun die Auswertung der Black Box des Zuges geben.

(SDA)


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