Klimawandel eindrucksvoll festgehalten

Von Fabienne Engbers
Wo einst ein prachtvoller Gletscher war, sieht man heute vor allem Geröll.
Wo einst ein prachtvoller Gletscher war, sieht man heute vor allem Geröll. © zVg
Da soll noch einer sagen, der Klimawandel betreffe uns nicht. Ein Gletscher bei Gadmen im Kanton Bern ist in den vergangenen zehn Jahren stark zurückgegangen, wie Bilder eindrücklich beweisen.

Marco traf fast der Schlag, als er am Samstag eine Wanderung auf den Triftgletscher in Gadmen am Sustenpass unternahm. Wo er als kleines Kind noch einen massiven Gletscher sah, ist heute gerade noch eine kleine Gletscherzunge übrig. «Offenbar hat sich eine Menge verändert», sagt er.

Der heute 25-Jährige ist bereits vor elf Jahren mit seinen Eltern am gleichen Ort vorbei gekommen. Damals kam der Gletscher noch bis an den Triftsee. Heute ist der Gletscher um viele Meter zurückgegangen. Das hat Marco beeindruckt. «An diesem Beispiel sieht man gut, warum wir uns an das Pariser Klimaabkommen halten und den Klimawandel stoppen müssen», sagt er.

Starker Rückgang durch Seebildung

Statistische Zahlen zeigen, dass der Triftgletscher tatsächlich enorm zurückgegangen ist. «Alleine zwischen 2006 und 2015 ging der Gletscher in der Länge um 1,1 Kilometer zurück. Vom Jahr 2000 bis 2015 war der Rückgang sogar 1,8 Kilometer», sagt David Volken, Klima- und Gletscherexperte. Er bezieht sich auf Daten des Schweizerischen Gletschermessnetzes. Laut Volken ist der Rückgang deutlich auf den Klimawandel zurückzuführen. Und es gebe zwei spezielle Ursachen: «Nach dem Jahr 2000 hat sich vor der Gletscherzunge ein See gebildet. In der Folge ist dieser stark gewachsen. Im Zungenbereich brach immer wieder Gletschereis ab.» Dadurch sei der Gletscher in den Jahren von 2000 bis 2006 um ca. 600 Meter zurückgegangen.

Bald nur noch 10 Prozent übrig

Unter dem jetzigen Gletscherende habe sich zudem in den Jahren 2012 und 2013 der obere Triftgletscher vom unteren getrennt. «Deshalb ist der Triftgletscher in einem Jahr um 971 Meter kürzer geworden.» Volken ist nicht optimistisch für die Zukunft: «Die Prognosen zeigen, dass bis zum Ende des Jahrhunderts nur noch 10 Prozent des heutigen Gletschervolumens übrigbleiben.»

Verschwendet die Menschheit weiterhin so viele Ressourcen, ist es gut möglich, dass der Triftgletscher bei Marcos nächstem Besuch von der Hängebrücke aus nicht mehr sichtbar ist.

Vor elf Jahren sah der Gletscher noch so aus. Heute ist das Eis deutlich zurückgegangen. Anhand des Bodens sieht man, wie gross der Gletscher einst war.

Only eleven years passed between my first (2006) and my second hike (last Saturday) to the Trift bridge in the Bernese Alps. Apparently, a lot changed. The Trift glacier again lost significant length and is now only barely visible from the spectacular suspension bridge which originally had to be built in order to guarantee full access to a nearby mountain hut. Due to the glacier retreat, the original path over the ice became inaccessible somewhen around 2002. Imagine that back at the time, there was no lake and the ice almost reached the point both pictures were taken (and thus it was possible to cross sides over the ice). Share if you like to show why sticking to the Paris Climate Agreement might be the right choice… #glacierretreat #beautifulswitzerland #switzerland #visitswitzerland #bern #alps #glacier #parisagreement #climatechange #trump

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(enf)


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