Zenhäusern sensationell Vierter in Wengen

Ramon Zenhäussern jubelt in Wengen - am Ende wird er jedoch vom Podest verdrängt
Ramon Zenhäussern jubelt in Wengen - am Ende wird er jedoch vom Podest verdrängt © AP Photo/Alessandro Trovati
Marcel Hirscher gewann zum ersten Mal den Weltcup-Slalom in Wengen. Bei der Premiere des Österreichers verpasste der Walliser Ramon Zenhäusern als überraschender Vierter das Podium hauchdünn.

Manche verspüren vor Heimpublikum zusätzlichen Druck. Nicht so Zenhäusern. Der Zwei-Meter-Mann aus dem Wallis findet in Rennen in der Schweiz zusätzliche Motivation. Es erstaunt deshalb nicht, dass er schon sein bisheriges Bestergebnis im Weltcup, einen 7. Rang, vor zwei Jahren im Slalom in Adelboden erreicht hatte.

Neun Hundertstel

In Wengen war Zenhäusern nach halbem Pensum Sechster, im Finale machte er noch zwei Positionen gut und verpasste einen Podiumsplatz um lediglich neun Hundertstel. «Heute konnte ich zeigen, was ich drauf habe und was ich schon oft im Training gezeigt hatte.»

«Ich bin mega happy, es ist ein wunderschöner Tag», sagt Ramon Zenhäusern im Interview:

Zenhäuserns Leistung steht auch für die mittlerweile kompakte Schweizer Slalom-Equipe. Scheiden Teamkollegen wie Luca Aerni und Loïc Meillard im ersten Lauf aus und bleibt einer wie Daniel Yule etwas hinter den Erwartungen zurück, springt ein anderer in die Bresche. Yule, in diesem Winter schon Vierter in Levi und in Madonna di Campiglio, verpasste als Elfter wie zuvor in Zagreb und in Adelboden eine Klassierung in den Top Ten knapp.

Elf Anläufe

Hirscher war in Wengen schon dreimal Zweiter geworden, dazu je einmal Dritter und Vierter. Im elften Anlauf klappte es nun für den Österreicher auch endlich am Lauberhorn. Die Premiere fiel überzeugend aus. Hirscher fuhr zweimal Laufbestzeit und distanzierte den zweitplatzierten Norweger Henrik Kristoffersen um 93 Hundertstel. Der Schwede André Myhrer lag als Drittklassierter schon 1,72 Sekunden zurück. Für Kristoffersen, den Slalom-Gewinner der vergangenen zwei Jahre in Wengen, war es der zehnte Podestplatz in dieser Saison. Ganz oben stand er allerdings noch nie.

Hirscher dagegen feierte bereits den achten Sieg in der laufenden Siason und den 53. insgesamt im Weltcup. Noch einmal muss er Erster werden, dann steht der Salzburger auf einer Höhe mit Hermann Maier, dem erfolgreichsten Alpinen überhaupt.

Schon fast vergessen ist, dass Hirscher wegen seines Mitte August erlittenen Knöchelbruchs den Grossteil der Vorbereitung verpasst hat. Deshalb hatte er vor seiner Rückkehr in den Weltcup in Levi statt wie üblich 5000 lediglich 500 Tore in den Beinen.

Fünf Siege in Serie

Im Slalom in Finnland hatte es Hirscher nur zu Rang 17 gereicht. Doch seither gab es kein Halten mehr. Sein erster Sieg in Wengen war der fünfte in Folge in diesem Winter. Fünfmal Erster ohne Unterbruch in Weltcup-Slaloms, das hatte als zuvor Letzter Giorgio Rocca vor zwölf Jahren geschafft.

Für den Italiener riss nach dem Erfolg in Wengen die Serie. Bei Hirscher scheint noch kein Ende in Sicht. Ob auf weicher Unterlage wie zuvor in Zagreb und in Adelboden oder wie nun in Wengen auf eisiger, unruhiger Piste – der Österreicher lässt sich durch nichts vom Erfolgspfad abbringen. Auch bei der Trainingsplanung überlässt er wie gewohnt nichts dem Zufall. Den letzten Schliff vor der Rückkehr ins Berner Oberland hatte er sich auf der Reiteralm und in Kitzbühel geholt. Auf dem Ganslernhang steht am Sonntag der nächste Slalom-Klassiker im Programm.

(SDA)

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