Kolumbiens Rebellen sprechen mit Ex-Präsident

Ruft zum zivilen Widerstand gegen das Friedensabkommen mit der FARC auf: Kolumbiens Ex-Präsident Alvaro Uribe. (Archivbild)
Ruft zum zivilen Widerstand gegen das Friedensabkommen mit der FARC auf: Kolumbiens Ex-Präsident Alvaro Uribe. (Archivbild) © KEYSTONE/EPA EFE/LUIS EDUARDO NORIEGA
In Kolumbien haben die linken FARC-Rebellen den Oppositionspolitiker und Ex-Präsidenten Alvaro Uribe zu Gesprächen über den von ihm abgelehnten Friedensprozess eingeladen. Uribe solle nicht länger Hass und Rache unter den Kolumbianern schüren.

FARC-Anführer Rodrigo Londono schrieb in einem am Samstag veröffentlichten Brief, er sei bereit, Uribe am Rande der Friedensverhandlungen mit der kolumbianischen Regierung in Havanna auf Kuba oder an einem anderen Ort zu treffen. Uribe, der von 2002 bis 2010 Präsident war und heute Senator ist, lehnt den Friedensprozess ab.

Dieser bringe Terroristen in die Regierung und verhindere Gerechtigkeit für die Opfer, argumentiert Uribe. Er hat zum “zivilen Widerstand” gegen die bislang erzielten Fortschritte bei den Friedensverhandlungen mit Präsident Juan Manuel Santos aufgerufen.

Im September hatten Rebellen und Regierung einen Durchbruch gemeldet. In den derzeitigen Gesprächen geht es unter anderem um die Entwaffnung der FARC und ihre Umwandlung in eine legale politische Bewegung. Vor kurzem hatten FARC und Regierung mitgeteilt, sie hätten sich auf eine Reihe gesetzlicher Schritte verständigt, um sicherzustellen, dass ein Friedensvertrag verfassungsmässig bindend wird, sobald er durch ein Referendum angenommen ist.

Uribe war als Staatsoberhaupt mit Unterstützung der USA massiv gegen die Revolutionären Bewaffneten Streitkräfte Kolumbiens (FARC) vorgegangen. Deren Anführer Londono, der unter seinem Kampfnamen Timoschenko bekannt ist, schrieb nun an Uribe, es sei nicht fair, wenn er die erreichten Absprachen einfach als Landesverrat bezeichne, solange er selbst nicht an den Verhandlungen teilnehme.

Uribe solle nicht länger Hass und Rache unter den Kolumbianern schüren, mahnte Londono. In dem fünf Jahrzehnte währenden Konflikt in Kolumbien wurden mehr als 220’000 Menschen getötet und Millionen vertrieben.

(SDA)


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