Kompletter Kirchenvorstand tritt zurück

Die Martinskirche in Chur.
Die Martinskirche in Chur. © KEYSTONE/Arno Balzarini
Die evangelischen Churer haben eine Kirchenpräsidentin gewählt, weil diese aber nicht in Chur selbst wohnt, hat der Kirchenrat die Wahl für ungültig erklärt. Dagegen wehrte sich die Churer Kirchgemeinde, jedoch ohne Erfolg. Nun tritt der gesamte Kirchenvorstand samt Präsidentin zurück.

Es war einmal eine Stadt im Bündnerland, die Bürger dieser Stadt wählten eine Präsidentin für ihre Kirche. Ganz zum Unmut der Kirche: Die gewählte Frau ist keine Bürgerin dieser Stadt. Die Kirche möchte keine “Ausländerin” in ihren Reihen haben und entscheidet: Die Wahl ist ungültig.

Dieses Szenario passierte in Chur bereits im letzten Jahr. Die Mitglieder der Churer Kirchgemeinde haben Carmen Dasoli-Peter für vier Amtsjahre zur evangelischen Kirchgemeindepräsidentin gewählt. Dies passte der Leitung der evangelischen Landeskirche aber überhaupt nicht. Weil Carmen Dasoli-Peter nicht in Chur wohnhaft ist, hat der Evangelische Kirchenrat die Wahl für ungültig erklärt.

Gegen diesen Entscheid versuchte sich die Churer Kirchgemeinde zu wehren, jedoch vergeblich. Der Rekurs wurde abgewiesen. Dies hat schwerwiegende Folgen: Carmen Dasoli-Peter und der gesamte Vorstand der Evangelischen Kirchgemeinde in Chur treten per sofort zurück. Dadurch möchte Dasoli die Auseinandersetzung zwischen der Landeskirche und der Kirchgemeinde Chur beenden, heisst es in einer Mitteilung. Für eine Stellungnahme war Carmen Dasoli-Peter nicht erreichbar. Es werde an der Kirchgemeindeversammlung am Montag, 13. Juni, genauer informiert.

Das ganze Hin und Her in einer Grafik dargestellt:

Grafik Vorstand

(red.)


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