Korruption in der Schweiz nimmt zu

Die Schweiz ist laut Transparency International korrupter geworden. (Symbolbild)
Die Schweiz ist laut Transparency International korrupter geworden. (Symbolbild) © KEYSTONE/EPA/CARLOS DURAN ARAUJO
Die Schweiz ist korrupter geworden. Jedenfalls sieht es die Organisation Transparency International so. In ihrem Ranking fiel die Schweiz vom 5. Platz im Jahr 2014 auf den 7. Rang zurück. Der Corruption Perceptions Index (CPI) misst weltweit die Wahrnehmung der Korruption im öffentlichen Sektor.

2015 erfasste der CPI 168 Länder. Dänemark steht dabei zum zweiten Mal an der Spitze, während Nordkorea und Somalia die Schlusslichter bilden, wie es in einer Mitteilung von Transparency International Schweiz heisst.

Grösster Absteiger gegenüber dem Vorjahr ist demnach Brasilien; zu den grössten Aufsteigern gehören Griechenland, Senegal und Grossbritannien.

Unter den zehn am wenigsten korrupten Ländern sind überwiegend nord- und mitteleuropäische. So teilen sich Dänemark, Finnland und Schweden den ersten, zweiten und dritten Platz, Norwegen steht auf Platz 5 – genauso wie die Niederlande -, es folgen die Schweiz (7) sowie Deutschland, Grossbritannien und Luxemburg auf dem zehnten Platz. Neuseeland steht an 4. Stelle, Singapur an 8. und Kanada an 9. Stelle.

Den Grund für die Zurückstufung der Schweiz sieht Transparency International in verschiedenen Korruptionsfällen im öffentlichen Beschaffungswesen. Handlungsbedarf sieht die Organisation in mehreren Bereichen.

Noch immer sei bei einem internationalen Korruptionsskandal meistens auch die Schweiz involviert, und noch immer könnten aus korrupten Handlungen stammende Gelder zu leicht ins Land eingeschleust werden; im Privatrecht bestehe ausserdem weiterhin kein angemessener Schutz für Whistleblower; und nach wie vor kenne die Schweiz keine gesetzliche Regelung zur Transparenz der Parteienfinanzierung und der Finanzierung von Wahl- und Abstimmungskampagnen.

Transparency International Schweiz ist eine Sektion von Transparency International und arbeitet nach eigenen Angaben mit Unternehmen, Nichtregierungsorganisationen, den Medien und einem Netzwerk von Experten und Behörden zusammen. Sie finanziert sich demgemäss massgeblich durch Mitgliederbeiträge und Spenden.

(SDA)


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