Kriminelle wollen DeinDeal-Webseite lahmlegen

Symboldbild eines Computerserverraumes
Symboldbild eines Computerserverraumes © EPA/JULIAN STRATENSCHULTE
Nach Angriffen auf die Webseiten der Post und der SBB ist nun auch der Onlinehändler “DeinDeal” ins Visier von Online-Erpressern geraten. Eine anonyme kriminelle Gruppierung fordert 9000 Franken von den Betreibern oder es drohe ein Angriff.

“Uns wird mit einem DDoS-Angriff am kommenden Freitag gedroht, ausser wir zahlen 20 Bitcoins”, sagt ein anonymer Hinweisgeber zu Watson. 20 Bitcoins entsprechen rund 9000 Franken. DDoS ist die Kurzform von Distributed Denial of Service und bezeichnet in der Informatikwelt die Überlastung eines Dienstes, mit mehr Anfragen, als dieser verarbeiten kann. Bereits Mitte März wurden verschiedene Schweizer Unternehmen Opfer solcher DDoS-Angriffe. Die Webseiten der SBB und der Post waren während mehreren Stunden nicht abrufbar.

Auch dem Bund ist die Drohung bekannt: “Es gibt gewisse Hinweise, dass Erpresserschreiben im Umlauf sind und es in wenigen Tagen wieder zu DDoS-Angriffen kommen könnte”, erklärt Max Klaus, IT-Sicherheitsexperte beim Bund. Mehr könne er dazu nicht sagen. Details über das Motiv der Erpressung gibt weder “DeinDeal” noch der Sicherheitsexperte preis. Deshalb ist nicht klar, ob “DeinDeal” die einzige Webseite ist, welche ein entsprechendes anonymes Schreiben erhalten hat.

Potentielle DDoS-Opfer warnt Max Klaus davor, niemals auf solche Deals einzugehen. Einerseits unterstütze man damit die Täterschaft, andererseits mache man sich angreifbar. Ausserdem gebe es keine Garantie dafür, dass die Angriffe nach der erfolgten Zahlung wirklich aufhören. Grundsätzlich seien grosse Schweizer Provider aber genügend gegen Angriffe solcher Art geschützt.

(abl)

 

 


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