Künstler Gottfried Honegger mit 98 Jahren gestorben

Gottfried Honegger 2012, an seinem 95. Geburtstag, in seinem Atelier in Zürich. Am Sonntag ist er 98-jährig gestorben (Archiv).
Gottfried Honegger 2012, an seinem 95. Geburtstag, in seinem Atelier in Zürich. Am Sonntag ist er 98-jährig gestorben (Archiv). © KEYSTONE/STEFFEN SCHMIDT
Der Zürcher Bildhauer und Maler Gottfried Honegger ist tot. Er starb am Sonntag Nachmittag in seinem Zuhause in Zürich. Seine Pflegerin bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur sda eine entsprechende Meldung des “Tages-Anzeigers”. Honegger wurde 98 Jahre alt.

Gottfried Honegger zählte international zu den wichtigsten Vertretern der konkret-konstruktiven Kunst. “On doit construire le monde” lautete eine seiner Prämissen. “Kunst will nicht länger von ihrer Umgebung getrennt sein, sie will Teil der Wand, des Raums, des Alltags werden”, schrieb er 1993. Architektur und Kunst seien gleichermassen dazu da, “eine neue Gesellschaft zu bauen”.

In vielen Ländern, vor allem in Deutschland, Frankreich und der Schweiz, ist Honeggers Werk präsent: im öffentlichen Raum ebenso wie in Privat- und Museumssammlungen. Ein Highlight ist die im Sommer 2004 im südfranzösischen Mouans-Sartoux eröffnete “Fondation Albers-Honegger”. Sie beherbergt die Sammlung Gottfried Honeggers und eröffnet am 24. Januar unter dem Titel “alpha oméga” eine Ausstellung mit seinen Werken.

In Frankreich und der Schweiz erfuhr der Künstler seine wichtigsten Ehrungen: 1985 wurde er französischer “Chevalier de l’Ordre des Arts et des Letters”. 1987 erhielt er den Kunstpreis der Stadt Zürich. Im gleichen Jahr wurde in Zürich auf seine Mitinitiative hin das Haus für konstruktive und konkrete Kunst, das heutige Haus Konstruktiv, eröffnet.

Geboren wurde Gottfried Honegger am 12. Juni 1917 in Zürich. Er lernte Schaufensterdekorateur, ging als Designer und Grafiker auf Wanderschaft. 1939 übersiedelte er nach Paris, wo seine ersten Bilder und Zeichnungen entstanden.

Ende der 50er Jahre zog Honegger nach New York, wo er den abstrakten Expressionisten Mark Rothko und Sam Francis sowie Exponenten der Hard-edge-Malerei wie Al Held begegnete. Gleichzeitig beschäftigte er sich mit den Pionieren der konstruktiven und konkreten Kunst.

Zurück in Paris und Zürich wandte er sich mehr und mehr der Bildhauerei zu und nannte sich schliesslich nicht mehr Maler, sondern Plastiker.

(SDA)


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 1000 Zeichen