Lage am Bodensee bleibt konstant angespannt

Menschen gehen über einen Notsteg in Ermatingen TG (Bild vom Sonntag, 19. Juni 2016). Der Bodensee stieg am Montag nochmals um einige Zentimeter an. Der Höchststand des Hochwassers dürfte aber erreicht sein.
Menschen gehen über einen Notsteg in Ermatingen TG (Bild vom Sonntag, 19. Juni 2016). Der Bodensee stieg am Montag nochmals um einige Zentimeter an. Der Höchststand des Hochwassers dürfte aber erreicht sein. © KEYSTONE/WALTER BIERI
Der Bodensee ist am Montag nochmals um wenige Zentimeter gestiegen. In Bottighofen TG konnten die Schiffe wegen des hohen Pegelstands nicht mehr anlegen. Bis Dienstagnachmittag dürfte die Situation angespannt bleiben.

In Romanshorn TG stand der Pegel am Montag um 15 Uhr bei 397,35 Metern über Meer, nur noch fünf Zentimeter unter der Grenze für die höchste Gefahrenstufe 5 des Bundes. In Berlingen TG am Untersee stand das Wasser bei 391,01 Metern über Meer.

Laut Marco Baumann vom Thurgauer Amt für Umwelt sind damit nach den starken Regenfällen der vergangenen Tage die Höchststände erreicht. Ab Dienstagnachmittag dürfte der Pegel am Obersee in Romanshorn langsam sinken, ab Mittwoch auch am Untersee in Berlingen, sagte Baumann der Nachrichtenagentur sda.

In vielen Seegemeinden standen am Montag Strassen, Quais und Hafenanlagen noch immer unter Wasser. Schadenmeldungen gab es aber laut Baumann nur wenige. Seit dem Jahrhunderthochwasser von 1999 – damals stieg der Bodensee noch um 50 Zentimeter höher als jetzt – hätten die Seeanstösser Schutzmassnahmen getroffen.

Einschränkungen gibt es bei der Schifffahrt: Vorläufig wird die Haltestelle Bottighofen am Untersee nicht bedient, weil dort die Schiffe wegen des hohen Pegelstands nicht anlegen können.

Weiter sind Brückendurchfahrten bei Diessenhofen TG und Konstanz vorerst nicht möglich. Die Passagiere müssen zu Fuss von Schiff zu Schiff umsteigen. An einigen Haltestellen am deutschen Bodenseeufer können elektrische Rollstühle nicht an Bord gelangen, weil die Rampen wegen des Höhenunterschieds zu steil sind.

Im vorarlbergischen Fussach, nahe der Rheinmündung, standen im Gebiet “Klein-Venedig” 252 Ferienhäuser unter Wasser. Die Häuser, die ausserhalb des Hochwasserschutzgebiets liegen, waren am Wochenende als Vorsichtsmassnahme evakuiert worden.

“Die Lage hat sich stabilisiert”, sagte am Montag Bürgermeister Ernst Blum der Nachrichtenagentur APA. Bis wann die Besitzer ihre Ferienhäuser, die weiter unter Wasser stehen, wieder benützen können, war aber noch unklar. Der Wasserspiegel des Bodensees wird nämlich nur langsam sinken.

In Bregenz stieg der Bodensee am Montag nochmals leicht. Der Pegel wies die Marke von 516 Zentimetern aus, nachdem das Niveau eines zehnjährlichen Hochwassers – 512 Zentimeter – schon am Sonntag überschritten worden war.

www.bodensee-hochwasser.info

(SDA)


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