Lea Sprunger strebt Sieg an

Lea Sprunger will bei "Weltklasse Zürich" glänzen
Lea Sprunger will bei "Weltklasse Zürich" glänzen © KEYSTONE/WALTER BIERI
Die WM-Fünfte Lea Sprunger nimmt bei «Weltklasse Zürich» den Sieg über 400 m Hürden ins Visier. Die Weltmeisterschaften in London waren ein weiterer Beweis, wie gut sich die Schweizer Leichtathletik in den letzten Jahren entwickelt hat.

Bei Weltklasse Zürich am Mittwoch und Donnerstag könnte der eine oder andere Podestplatz herausschauen.

18 Schweizer Siege (einer in der Staffel) gab es bislang im Hauptprogramm von Weltklasse Zürich. Den letzten feierte vor zwei Jahren Kariem Hussein über 400 m Hürden. Der Europameister von 2014 beendete eine 14 Jahre dauernde Durststrecke. Auch diesmal liegt ein einheimischer Triumph durchaus im Bereich des Möglichen.

Insbesondere Lea Sprunger ist ein solcher über 400 m Hürden zuzutrauen. Die 27-jährige Waadtländerin klassierte sich an den Weltmeisterschaften im hervorragenden 5. Rang und unterstrich eindrücklich die gemachten Fortschritte. Sie läuft erst ihre dritte Saison in dieser Disziplin und das erste Jahr mit jenem Rhythmus zwischen den Hürden, den sie als «richtigen» bezeichnet – 14 Schritte bis zur fünften Hürde, danach 15 Schritte. So will sie an den Olympischen Spielen 2020 in Tokio «ganz nach vorne» laufen.

Dass sie schon jetzt zur Weltspitze gehört, erachtet sie als «sehr positiv». Schliesslich fehlt es ihr noch an Erfahrung und an Rennen mit diesem Rhythmus. Das Topresultat in London war für sie eine Bestätigung, dass sie auch an einem Grossanlass ihr Potenzial abrufen kann, hatten doch die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro (Out im Vorlauf) und die Hallen-Europameisterschaften im März in Belgrad (5. über 400 m) mit Enttäuschungen geendet.

Dementsprechend gross ist nun das Selbstvertrauen. Im Letzigrund strebt sie nicht weniger als den Sieg an. Von jenen vier Läuferinnen, die an den Weltmeisterschaften vor ihr klassiert waren, ist einzig Zuzana Hejnova (4.) gemeldet. Diese zu bezwingen, wird allerdings eine grosse Herausforderung. Die Tschechin, die Weltmeisterin von 2013 und 2015, lief am Sonntag in Birmingham mit 54,18 Sekunden eine persönliche Saisonbestleistung. Diese Zeit liegt um elf Hundertstel unter der Bestmarke von Sprunger, aufgestellt im Juli an der Athletissima.

In Lausanne verpasste Sprunger den Schweizer Rekord von Anita Protti aus dem Jahr 1991 lediglich um vier Hundertstel. Diesen in Zürich zu unterbieten, ist zwar nicht ihr explizites Ziel, sie müsse jedoch ohnehin eine gute Zeit laufen, um zu gewinnen. Zudem weiss sie, dass sie die nationale Bestleistung über 400 m Hürden früher oder später in ihren Besitz bringen dürfte – sie ist bereits über 200 und 400 m Rekordhalterin. Insofern ist es für Sprunger normal, dass sie stets auf die Zeit von Protti angesprochen wird.

Den erhöhten Erwartungsdruck nach dem 5. WM-Rang versucht sie auszublenden und nur das Positive mitzunehmen. Ist sie nach London nicht in ein «Loch» gefallen? «Der Körper brauchte ein paar Tage, um sich wieder gut zu fühlen», sagte Sprunger. Auch emotional war es für sie zunächst nicht ganz einfach. Mittlerweile fühlt sie sich aber wieder fit. «Ich freue mich auf Weltklasse Zürich. Es war ein guter Entscheid, Birmingham auszulassen.»

Kariem Hussein würde den Erfolg von 2015 selbstredend gerne wiederholen. Dafür müsste allerdings alles zusammenpassen. Ohnehin ist der 28-jährige Thurgauer in dieser Saison bisher nicht wie gewünscht auf Touren gekommen, daran ändert auch der WM-Finaleinzug nichts. Hussein blieb heuer erst einmal unter 49 Sekunden. In London überstand er den Vorlauf nur mit viel Glück, im Final wurde er mit 50,07 Sekunden abgeschlagen Letzter. In Zürich bekommt er es mit dem gesamten WM-Podest zu tun. Auf sehr starke Konkurrentinnen treffen auch die WM-Zehnte Mujinga Kambundji über 200 m und die WM-Elfte Selina Büchel über 800 m.

Gespannt sein darf man auf den Auftritt der Sprint-Staffel der Frauen. Vom Quartett, das an den Weltmeisterschaften Fünfte wurde, ist jedoch neben Kambundji nur Sarah Atcho dabei. Ajla Del Ponte und Salomé Kora nehmen an der Universiade teil.

(SDA)


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