Leader ZSC schlägt Schlusslicht mit Mühe

Die ZSC Lions bejubeln das 2:1-Siegtor von PostFinance-Topskorer Robert Nilsson (gelber Helm)
Die ZSC Lions bejubeln das 2:1-Siegtor von PostFinance-Topskorer Robert Nilsson (gelber Helm) © KEYSTONE/ANTHONY ANEX
Schlusslicht Langnau hätte im montäglichen Nachtragsspiel den neuen Leader ZSC Lions schlagen können. Die Langnauer nützen aber in Zürich ihre Chancen nicht und verlieren 1:2.

Im Zürcher Hallenstadion war vor 9040 Zuschauern angerichtet zur Überraschung. Die ZSC Lions spielten gegen den Aussenseiter aus dem Emmental mit verhaltenem Engagement, hochnäsig, überheblich. Die SCL Tigers gingen nach 52 Sekunden des zweiten Abschnitts durch ein Powerplay-Tor von Ville Koistinen in Führung. Sie verfügten mit Goalie Ivars Punnenovs (33 Paraden) über einen sicheren Rückhalt. Die Tigers verpassten nach dem Führungstor aber durch Anton Gustafsson (traf den Pfosten statt das offene Tor) und Waleri Schirjajew “todsichere” Möglichkeiten zum 2:0. Und die Ineffizienz im Abschluss rächte sich. Innerhalb von 126 Sekunden kippten Ryan Keller (in Überzahl) und Topskorer Robert Nilsson mit den Goals vom 0:1 zum 2:1 das Spiel.

Langnau gab wegen dummer Strafen das Heft aus der Hand. Die Tigers kassierten am Montagabend Zweiminutenstrafen für unnötige Fouls in der offensiven und neutralen Zone, griffen einmal mit sechs Feldspielern, also einem zu viel an, und sie kassierten eine Strafe wegen einer Schwalbe. Wer einem wenig motivierten Gegner derart viele Powerplay-Chancen gewährt, der muss sich nicht wundern, wenn’s am Ende schief läuft. Die vierte Überzahlgelegenheit nützten die ZSC Lions zum Ausgleich aus. Und nach dem Doppelschlag bei Spielmitte verlor Langnau den möglichen Sieg aus den Augen.

Damit müssen die SCL Tigers weiter auf den ersten Sieg im Hallenstadion seit mehr als sieben Jahren warten. Die letzten zwölf Auswärtsspiele gegen den Zürcher SC verloren die Langnauer alle; vor einem Monat verloren sie gegen die Lions auch den Achtelfinal im Cup nach einer Führung. Bei Langnau fehlte erstmals der PostFinance-Topskorer Chris DiDomenico. Der Kanadier ist leicht angeschlagen, sollte aber am Freitag im Derby gegen den SC Bern aber wieder mittun können. Bei den ZSC Lions gelangte erst zum dritten Mal diese Saison Goalie Urban Leimbacher (21 Paraden) zum Einsatz.

Telegramm:

ZSC Lions – SCL Tigers 2:1 (0:0, 2:1, 0:0)

9040 Zuschauer. – SR Kurmann/Massy, Huggenberger/Wüst. – Tore: 21. (20:52) Koistinen (Ausschluss Künzle) 0:1. 31. Ryan Keller (Nilsson, Roman Wick/Ausschluss Weisskopf) 1:1. 33. Nilsson (Bergeron, Roman Wick) 2:1. – Strafen: 4mal 2 Minuten gegen ZSC Lions, 6mal 2 Minuten gegen SCL Tigers. – PostFinance-Topskorer: Nilsson; Clark.

ZSC Lions: Leimbacher; Blindenbacher, Jonas Siegenthaler; Geering, Bergeron; Karrer, Seger; Phil Baltisberger; Ryan Keller, Dominik Diem, Foucault; Nilsson, Denis Malgin, Roman Wick; Bachofner, Trachsler, Schäppi; Künzle, Shannon, Suter; Jan Neuenschwander.

SCL Tigers: Punnenovs; Stettler, Koistinen; Hecquefeuille, Kim Lindemann; Adrian Gerber, Zryd; Weisskopf, Ronchetti; Tom Gerber, Albrecht, Sven Lindemann; Kevin Clark, Anton Gustafsson, Tobias Bucher; Olesz, Schirjajew, Nüssli; Sandro Moggi, Claudio Moggi, Haberstich.

Bemerkungen: ZSC Lions ohne Chris Baltisberger, Patrik Bärtschi, Cunti, Flüeler, Dan Fritsche, Hächler, Herzog, Matthews, Molina und Daniel Schnyder, SCL Tigers ohne Deny Bärtschi, Nils Berger, DiDomenico, Gossweiler, Lukas Haas, Yves Müller, Jordy Murray und Wyss (alle verletzt). Bergeron ausgeschieden (60.). – Pfostenschuss Gustafsson (25.). – Timeout SCL Tigers (59.).

Rangliste:

ZSC Lions – SCL Tigers 2:1 (0:0, 2:1, 0:0).

Rangliste: 1. ZSC Lions 46. 2. Zug 43. 3. Fribourg-Gottéron 43. 4. Davos 43. 5. Genève-Servette 40. 6. Bern 34. 7. Lugano 34. 8. Kloten Flyers 32. 9. Lausanne 31. 10. Ambri-Piotta 30. 11. Biel 24. 12. SCL Tigers 23.

(SI)


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