Letztes Wahlbarometer bestätigt Rechtsrutsch

Letztes Wahlbarometer bestätigt Rechtsrutsch
© Wahlplakate von diversen Kandidaten und Kandidatinnen. (KEYSTONE/Marcel Bieri)
Das vierte und letzte Wahlbarometer vor den Wahlen ist veröffentlicht, und es zeigt: Der Trend nach rechts bestätigt sich auch kurz vor den Wahlen Ende September wieder. Kleinere Parteien und die Grünen liegen hinten.

Das Wahlbarometer, welches das Forschungsinstitut gfs.bern im Auftrag der SRG durchführte, offenbart keine Überraschung. Die SVP hätte abgesahnt, wäre Ende September gewählt worden. Rund 27,9 Prozent der Stimmen hätte die Schweizerische Volkspartei erhalten. Dies entspricht etwa dem Niveau des Wahlbarometers von anfangs September. Ebenfalls ihre Stimmen halten konnte die SP: Sie hätte Ende September 19,2 Prozent bekommen.

Mitte stagniert

“Die Bürger am rechten und linken Pol sind heute verstärkt zum Wählen motiviert, derweil die Mitte mehr Mühe hat, ihr Wählerpotential zum Wählen zu bewegen”, schreiben die Autoren des Barometers. In der Tat hätte die FDP Stimmen verloren. Sie wäre Ende September auf 16,7 Prozent gekommen, während sie in den früheren Ermessungen bei 16,9 Prozent lag.

Im Vergleich zu den Wahlen 2011 entspräche der Prozentsatz aber trotzdem einer Zunahme, denn damals holte sie lediglich 15,1 Prozent der Stimmen. Die CVP liegt momentan bei 11,5 Prozent und hat damit leicht zugelegt.

Verluste für Grüne und kleine Parteien

Für die Grünen wie auch für die BDP prognostiziert das Wahlbarometer einen Verlust. Die BDP kommt laut Studie noch auf 4,6 Prozent. Die GLP käme auf 5,0 Prozent. Laut gfs-bern liegt der Trend klar bei den grossen Parteien. Angesichts vieler Unsicherheiten seien Antworten der starken Parteien gefragt.

Migration als Hauptthema

“Noch nie waren die Erwartungen an einen Wahlkampf in den letzten 20 Jahren so monothematisch wie diesmal”, steht im Wahlbarometer. Die Wahlwilligen empfinden die Migrationsthematik als derzeit dringendstes politisches Problem.

Des weiteren stehen oben auf der Problemliste die bilateralen Verträge mit der EU, die Arbeitslosigkeit, die soziale Sicherheit und die Krankenversicherungen. Zum Thema Migration wird offenbar die SVP als sehr kompetent betrachtet. Die FDP übernimmt den Lead bei der Europafrage. Die SP wird als vertrauenswürdig betrachtet, wenn es um soziale Sicherheit geht. Die Energiewende und Umweltfragen sind nicht mehr unter den Top fünf vertreten.

Bundesratskonstellation ist akzeptiert

Die 2011 repräsentativ befragten Stimmberechtigten wurden auch zur Bundesrats-Zusammensetzung befragt. Der momentane Zustand schneidet mit 29 Prozent am besten ab. 21 Prozent würden sich einen Tausch des BDP-Sitzes gegen einen zweiten SVP-Sitz wünschen.

Wahlbeteiligung bei Frauen rückläufig

Ende September hätten 49 Prozent der Wahlberechtigten gewählt; dies wären in etwa gleichviel wie 2011. Besonders mobilisiert wurden dieses Jahr die unteren Bildungsschichten und Männer. Bei Frauen ist die Beteiligungsbereitschaft laut gfs-bern rückläufig. (red)


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