Libanons Politik soll Ausbeutung weiblicher Flüchtlinge fördern

Weil sich Flüchtlinge im Libanon nicht mehr registrieren können und die Abschiebung fürchten müssen, laufen sie laut Amnesty International Gefahr, Opfer von Ausbeutung und Verbrechen zu werden. Besonders Frauen. (Archivbild)
Weil sich Flüchtlinge im Libanon nicht mehr registrieren können und die Abschiebung fürchten müssen, laufen sie laut Amnesty International Gefahr, Opfer von Ausbeutung und Verbrechen zu werden. Besonders Frauen. (Archivbild) © KEYSTONE/AP/BILAL HUSSEIN
Laut Amnesty International besteht im Libanon eine erhöhte Gefahr sexueller Belästigung und Ausbeutung weiblicher Flüchtlinge. Grund dafür sind aus Sicht der Menschenrechtsorganisation mangelnde Hilfsgelder und politische Entscheide gegen Flüchtlinge im Land.

Der Libanon habe das UNO-Flüchtlingshilfswerk 2015 davon abgehalten, neue syrische Flüchtlinge zu registrieren und gleichzeitig neue Richtlinien erlassen, die die Erneuerung einer Aufenthaltserlaubnis für das Land erschwere, lässt sich Amnesty-Mitarbeiterin Kathryn Ramsay in einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung zitieren.

Ohne legalen Status könnten die Flüchtlinge festgenommen oder abgeschoben werden, sodass sie Straftaten im Zweifel nicht der Polizei melden würden. Mehr als eine Million Syrer sind offiziellen Angaben zufolge in den Libanon geflohen. Die tatsächliche Zahl dürfte wesentlich höher liegen.

Der Bürgerkrieg in Syrien dauert bereits fünf Jahre, mehr als 250’000 Menschen wurden getötet, über 13 Million Menschen brauchen dringend Hilfe. Nach Schätzung der Vereinten Nationen werden ab Donnerstag mehr als sieben Milliarden Euro benötigt. An der Londoner Geberkonferenz nehmen 70 Länder teil.

(SDA)


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