«Luäg, s’Iisfeld isch offä!»

Von Fabienne Engbers
Elias Kaufmann weihte das Natureisfeld in Wil am 20.1.2017 mit seinem Hockeyschläger ein.
Elias Kaufmann weihte das Natureisfeld in Wil am 20.1.2017 mit seinem Hockeyschläger ein. © FM1Today/Fabienne Engbers
In Wil waren die Kinder am Freitag nach der Schule völlig aus dem Häuschen. Grund dafür war das Eisfeld auf der Reitwiese, das endlich offen ist. Nach der Schule machten sie sich sofort auf den Weg, um das seit sechs Jahren erstmals wieder offene Eisfeld zu erkunden.

Mit viel Wasser, Schaufeln und Besen hat die Stadtverwaltung das Eisfeld auf der Reitwiese in Wil hergerichtet. Nun ist das Eis genügend dick, damit es für die Bevölkerung zugänglich gemacht werden kann.

«Als das Eis das letzte Mal gefror, war ich zehn»

Der erste, der vom gefrorenen Eisfeld profitierte, war der 16-jährige Elia Kaufmann. «Das Eis ist zwar nicht super, aber es ist schön, dass es wieder einmal geöffnet ist», sagt der Bäcker-Konditor. Seit halb zehn Uhr morgens ist er mit seinem Hockeyschläger auf dem Eis. Das letzte Mal, als Elia in Wil auf der Natureisfläche Hockey spielen konnte, war er zehn. «Ich kann mich fast nicht mehr daran erinnern», sagt er.

«Juhui, s’Iisfeld isch offä»

Seit Freitag ist das Eisfeld offen. Elia Kaufmann ist in der letzten Zeit fast täglich vorbei gekommen, um zu schauen, ob die Stadt das Feld schon frei gegeben hat. Auch die Schulkinder, die auf dem Heimweg am Eisfeld vorbeikommen, johlen laut, als sie bemerken, dass man jetzt aufs Eis darf. «Luäg, s’Iisfeld isch offä», schreien sie ihren Gspänli zu, bevor sie auf dem Eis ausrutschen und auf ihrem Po landen.

Ansturm wird noch zunehmen

«Ich nehme ab jetzt meine Schlittschuhe mit in die Schule und gehe danach sofort aufs Eis», sagt ein Primarschüler. Am Wochenende wird sich die Eisfläche ebenfalls füllen. Am Freitag war wohl das erste und letzte Mal, dass Elia Kaufamnn das Eisfeld ganz für sich hatte. Sobald die Schulkinder weg waren, schnappte er sich seinen Schläger und seinen Puck und drehte seine Runden um die zwei Tore.

Das Eisfeld in Wil ist momentan eine Ausnahme. Auf vielen Natureisbahnen kann man nicht (mehr) schlittschulaufen. Seen wie der Seealpsee oder der Gräppelensee sind zur Zeit schneebedeckt und man kann darauf nicht schlittschüele. Kleine Seen wie der Bichelsee oder der Hüttwilersee sind zwar gefroren, die Kantonspolizei Thurgau rät vom Betreten der Flächen aber ab, da es teilweise nicht genügend dicke Stellen haben kann. Der Buebenweier in St.Gallen ist zu wenig sicher zum Betreten, meldet die Stadt St.Gallen. Die Eisdicke des Bettenauer Weihers wird von der Gemeinde Oberuzwil gemessen und es könnte sein, dass der See demnächst freigegeben wird. Auch der Bommer Weier im Kemmental ist gefroren, allerdings weiss man nicht, wie dick die Eisschicht ist. Auf allen gefrorenen Seen gilt «Betreten auf eigene Gefahr».


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