Männer machen Musik auf Nähmaschinen

Die Nähmaschinen-Band vom Bodensee probt im Atelier.
Die Nähmaschinen-Band vom Bodensee probt im Atelier. © St.Galler Tagblatt
Was tun mit alten Nähmaschinen? Musik machen – lautet das Credo der wahrscheinlich einzigen Nähmaschinen-Band im FM1-Land. Zu welchen Klängen die alten Dinger fähig sind, seht und hört ihr im Video.

Nahtlos ist der naheliegende Name des Trios, das durch Zufall auf die Nähmaschinen-Musik kam. Gestalter und Handwerker Ramon Brun stiess im Liquidationsshop der Schweizer Armee auf zwei alte Nähmaschinen, die 30 Franken pro Stück kosteten. Bei einem Bierabend mit einem Kollegen fand er heraus, dass die Maschinen Musik machen. Er sagt: “Man muss nur im Takt das Fusspedal betätigen und schon entsteht Musik.”

Experimentalmusik vom Bodensee

So fanden sich vor mehr als sieben Jahren drei Kollegen aus und rund um Arbon zu einer experimentellen Band zusammen. Nur auf die Fusspedale beschränken sie sich mittlerweile nicht mehr, wie ein Video ihres Liveauftritts zeigt:

Während Ramon Brun und Axel Oberstrass Nähmaschinen spielen, bastelt René Schläpfer die Töne zu einem Klangteppich zusammen, der sich fast nicht mehr von elektronischer Tanzmusik, wie wir sie kennen, unterscheidet. Die Songs dauern allerdings mit bis zu zwölf Minuten für den Club ungewöhnlich lange.

Sympathische Geräusche

Ramon Brun spielte früher auch Gitarre, doch heute schlägt sein Herz vor allem für die Nähmaschine. Sie mache “sehr sympathische Geräusche”. Ob das Klicken eines Schalters, das Rattern der Maschine oder drehende Teile mit unterschiedlicher Geschwindigkeit: In der Nähmaschine sind viele Klänge versteckt, die es zu entdecken und erzeugen lohnt.

Nachdem die Männer mit ihren Nähmaschinen seit Jahren vertraut sind, sind Bandproben kaum mehr nötig: “Ehrlich gesagt, wahnsinnig viel Übung braucht es nicht. Wir treffen uns jeweils vor dem Konzert noch kurz, damit wir wieder wissen, welcher Stecker wohin gehört und welche Effekte man wo einstellen muss.”

(fun)

Nächstes Konzert: Freitag, 4. März, 21 Uhr, Krug St.Gallen


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