“Man riecht den Rauch bereits”

Dominik Gschwend aus Eichberg lebt und arbeitet seit zwei Jahren auf einer Farm in der kanadischen Provinz Alberta.
Dominik Gschwend aus Eichberg lebt und arbeitet seit zwei Jahren auf einer Farm in der kanadischen Provinz Alberta. © zvg
Der Rheintaler Dominik Gschwend lebt im Süden der Kanadischen Provinz Alberta. Im Norden toben seit letztem Sonntag verheerende Waldbrände. Der junge Farmer hat derzeit alle Hände voll zu tun, Ackerland gegen ein mögliches Feuer zu schützen.

“Wir bauen hauptsächlich Kartoffeln, Mais und Sonnenblumen an”, sagt Dominik Gschwend. Der 23-jährige ist in Eichberg auf einem Bauernhof aufgewachsen und vor zwei Jahren nach Brooks in Alberta gezogen. Hier arbeitet er seit zwei Jahren auf einer Farm. Der verheerende Brand tobt im 800 Kilometer weit entfernten Fort McMurray im Norden des Bundesstaates.

Weit entfernt müsste man meinen, doch nicht für Kanadische Verhältnisse. “Wir riechen hier bereits den Rauch und es geht wohl nicht mehr lange, bis der den Himmel sich verdunkeln wird”, sagt Gschwend. In der Provinz Alberta wurde der Notstand ausgesprochen. Auf Anweisung der Behörden mussten im Norden 80’000 Bewohner die Stadt Fort McMurray verlassen, weit über 1000 Feuerwehrleute, 145 Hubschrauber und 22 Löschflugzeuge kämpfen gegen die Flammen.

 

Die Brandfläche (hellgrün) in Kanada entspricht der Gebietsgrösse vom Bodensee bis nach Chur. ©zvg

Die Brandfläche (hellgrün) in Kanada entspricht der Gebietsgrösse vom Bodensee bis nach Chur. ©zvg

“Die Solidarität unter der gesamten Bevölkerung ist riesig. Wer kann, geht vor Ort und hilft”, sagt Gschwend. Für ihn ist dies allerdings keine Option: Auch hier herrscht Brandgefahr. Die Wetterlage ist aussergewöhnlich: Seit Tagen herrschen Temperaturen über 31 Grad und es hat sei Monaten nicht geregnet. Entsprechend hat sich der Brand rund um Fort McMurray rasant ausgeweitet. Die Brandzone entspricht rund 120’000 Fussballfeldern. Gschwend hat die Fläche auf der Karte seines Heimatlandes im Rheintal eingezeichnet und auf Facebook gestellt.

Das Land im Süden der Provinz Alberta ist praktisch waldfrei und topfeben. Gschwend und alle anderen Einwohner sind besorgt.”Wir fürchten uns vor einem Präriebrand. Täglich sind wir mehrmals mit den Traktoren unterwegs, um das Ackerland zu bewässern und Brandschutz-Furchen zu graben.” (agm)


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