Max der Mietbaum feiert jedes Jahr mit

Von Fabienne Engbers
Viktor Gschwend liefert Christbäume im Topf, um sie nach Weihnachten wieder einzupflanzen. Dieses Jahr werden wohl alle Bäume einen Besitzer finden. (Bild:
Viktor Gschwend liefert Christbäume im Topf, um sie nach Weihnachten wieder einzupflanzen. Dieses Jahr werden wohl alle Bäume einen Besitzer finden. (Bild: © Tagblatt/Urs BucherViktor Gschwend liefert Christbäume im Topf, um sie nach Weihnachten wieder einzupflanzen. Dieses Jahr werden wohl alle Bäume einen Besitzer finden.
Der Weihnachtsbaum steht in immer mehr Haushalten im Topf statt im Christbaumständer. Miet-Christbäume sind im Trend, die Verkäufer im FM1-Land kommen an Kapazitätsgrenzen.

«Die Nachfrage nach Bäumen im Topf steigt jedes Jahr um rund 20 Prozent», sagt Christian Schutz, Mitinhaber der alpinen Baumschule «Schutz Filisur». Vor allem in Städten und deren Agglomerationen sind die Christbäume im Topf begehrt. Kleinere Gärtnereien, wie etwa Blumen Gschwend in Neukirch-Egnach, rechnen damit, im Laufe des Dezembers alle ihre Mitbäume an den Mann oder die Frau zu bringen.

«Die Leute wollen etwas Nachhaltiges»

Grund für den Boom von Miet-Christbäumen sei ein Umdenken in der Gesellschaft und das wachsende ökologische Bewusstsein der Menschen. «Der Miet-Christbaum ist etwas Nachhaltiges, man wirft ihn nach Weihnachten nicht einfach weg», sagt Christian Schutz. Seit drei Jahren vermietet seine Baumschule in Filisur Christbäume im grossen Stil.

Der Mietbaum ist bei den Konsumenten immer begehrter, weiss auch Viktor Gschwend, der dieses Jahr zum zweiten Mal Mietbäume anbietet. «Die Nachfrage nach dem Baum im Topf steigt. Ich denke, es geht den Kunden dabei vor allem darum, dass man einen Baum mit Wurzeln mieten kann, der noch lebt und den man nach dem Fest wieder zurückgibt.»

Familienbaum wächst mit dem Nachwuchs

Bei den meisten Gärtnereien und Baumschulen, die Miet-Christbäume vermieten, kann man sich auch einen Baum für mehrere Jahre reservieren. «Einige kommen vorbei und bitten darum, dass man ihren Baum anschreibt, damit sie ihn im nächsten Jahr wieder mitnehmen können», sagt Gschwend. In Filisur gibt es dafür gar eine eigene Sparte, den Familienbaum. «Familien kaufen so einen Baum, um zu sehen, wie er jedes Jahr wächst, genau wie ihre Kinder. Manche Familien geben ihrem Baum gar einen Namen», sagt Christian Schutz.

Gleich teuer wie geschnittener Baum

Der Baum im Topf ist sowohl bei Blumen Gschwend als auch bei der Baumschule Schutz in Filisur etwa gleich teuer wie ein geschnittener Baum. Lässt man sich den Baum nach Hause liefern und dort wieder abholen, kommt man gar teurer. Trotzdem ist die Nachfrage nach den Bäumen im Topf gross. «Wir werden früher oder später ausverkauft sein», sagt Viktor Gschwend. Die Bäume im Topf gibt es in Neukirch-Egnach bereits seit einigen Tagen zu mieten, schon viele haben sich ihren Baum ausgesucht.

Rund 4000 Bäume im Topf hat die Baumschule Schutz in Filisur. «Bis auf ein paar gehen jedes Jahr alle weg», sagt Christian Schutz. Seine Bäume liefert er in die ganze Schweiz. «Vor allem nach Graubünden, St.Gallen und Zürich, aber wir bringen die Bäume auch bis ins Wallis.»

Richtige Pflege des Baumes ist wichtig

Während ein geschnittener Baum in den Christbaumständer gesteckt wird, ein wenig Wasser erhält und dann nach und nach seine Nadeln verliert, muss man einen Baum im Topf pflegen. «Wichtig ist, ihm regelmässig Wasser zu geben», sagt Christian Schutz. Ausserdem könne man ihn von oben mit Wasser bespritzen. Und der Baum darf nicht zu nahe an einer Heizung stehen. «Wir schicken aber mit jedem Baum eine Anleitung mit.»

Auch vor und nach den Glanzstunden im Wohnzimmer werden die Bäume gepflegt. Im Sommer werden sie getränkt. «Nachdem die Bäume in den Stuben waren, kommen sie zuerst bei etwa null Grad in ein Gewächshaus, damit sie keinen Kälteschock kriegen. Erst danach stellen wir sie wieder nach draussen», sagt Christian Schutz.

Bei Blumen Gschwend in Neukirch werden die Bäume ausserdem auf Gebrauchsspuren untersucht. «Wir müssen teilweise Äste, die an Weihnachten Feuer gefangen haben, rausschneiden. Dort gibt es dann zum Teil Löcher im Baum, aber diese kann man im nächsten Jahr mit Baumschmuck überdecken», sagt Viktor Gschwend.

Wer sich dieses Jahr auch einen Miet-Christbaum zutun möchte, kann dies beispielsweise bei Schutz Filisur per Bestellformular, bei Blumen Gschwend per Abholung oder im Onlineshop der Familie Senn aus Berg TG erledigen.

Second-Hand-Schmuck zum Öko-Baum

Wer nicht nur beim Weihnachtsbaum auf eine ökologische Verwendung achten will, sondern auch beim Baumschmuck, der erhält diesen Samstag in Frauenfeld dazu Gelegenheit. Second-Hand-Weihnachtsschmuck gibt es an der Frauenfelder Weihnachtsschmuckbörse. Türöffnung im Quartiertreffpunkt ist um 8.30 Uhr, die Börse dauert bis 15 Uhr.


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 1000 Zeichen