Millionenbeute bei Raubüberfall auf Pariser Luxushotel Ritz

Polizeiauto vor dem Luxushotel Ritz am Vendôme-Platz in Paris nach dem Überfall.
Polizeiauto vor dem Luxushotel Ritz am Vendôme-Platz in Paris nach dem Überfall. © Keystone/EPA/IAN LANGSDON
Schmuck und Uhren im Wert von mehreren Millionen Euro haben Diebe bei einem Überfall auf das Pariser Luxushotel Ritz erbeutet. Die Polizei nahm drei der Täter fest, zwei Dieben gelang die Flucht. Die Beute fanden Polizisten später in einer Tasche wieder.

Wie am Donnerstagabend aus informierten Kreisen bekannt wurde, befanden sich in der Tasche alle entwendeten Schmuckstücke. Angaben zur Beute und deren Wert waren von den Justizkreisen am Donnerstag nicht zu bekommen, auch nicht zur wiedergefundenen Beute. Die Staatsanwaltschaft Paris nahm Ermittlungen auf.

Die vermummten Täter drangen über einen Hintereingang in den Hotelpalast am vornehmen Place Vendôme im Herzen der Stadt ein. Mit Äxten schlugen sie Schmuckvitrinen in der Hotelhalle ein, wie Medien berichteten.

Insgesamt sollen die gestohlenen Schmuckstücke und Luxusuhren mehr als vier Millionen Euro wert sein, wie die Nachrichtenagentur AFP erfuhr.

Die drei Festgenommenen sind der Polizei bekannt. Es soll sich um junge Männer von knapp 30 Jahren halten, die aus einem nördlichen Vorort von Paris stammen. Sie waren bereits wegen bewaffneten Diebstahls, Gewalt und Hehlerei straffällig geworden.

Das Ritz am eleganten Vendôme-Platz ist eines der bekanntesten Luxushotels der französischen Hauptstadt. Der Überfall ereignete sich nach Polizeiangaben vom Donnerstag am Mittwoch um 18.30 Uhr. Drei der Täter drangen über den Hintereingang in das Hotel ein.

Als sie versuchten, das Ritz mit der Beute wieder zu verlassen, standen sie jedoch vor verschlossenen Türen: «Natürlich gibt es in solchen Etablissements ein Sicherheits- und Alarmsystem», sagte ein Polizist. Die drei Räuber warfen deshalb die Beute durchs Fenster hinaus zu ihren draussen wartenden Komplizen. Ein Sack mit Juwelen, Uhren und Waffen wurde vor dem Hotel gefunden.

«Wir haben einen lauten Krach gehört und viel Radau auf der Strasse», sagte ein Hotelangestellter, der nicht namentlich genannt werden wollte. «Wir wussten nicht, was passiert. Man sagte uns, es ist ein bewaffneter Überfall.» Ein anderer Hotelangestellter sagte, er habe einen Motorroller wegrasen sehen.

Polizisten, die in dem Viertel auf Streife gingen, gelang es, drei der Täter festzunehmen. Frankreichs Innenminister Gérard Collomb lobte die «Professionalität», mit der die Polizei reagiert habe. Die Pariser Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen bandenmässigen bewaffneten Diebstahls ein.

Rund um den Vendôme-Platz befinden sich zahlreiche Luxusjuweliere. Die Boutiquen wurden in den vergangenen Jahren immer wieder Ziel von Überfällen. Nach einer Serie von fünf Überfällen in knapp sieben Monaten, die besonders brutal und riskant waren, wurden 2014 die Sicherheitsvorkehrungen in dem Viertel verstärkt.

Dennoch gelang es im März 2016 zwei Tätern, den Juwelier Chopard an der Place Vendôme auszurauben. Sie erbeuteten Schmuck im Wert von sechs Millionen Euro. In dem Fall wurden im vergangenen April drei Verdächtige festgenommen. Im Mai 2017 überfielen drei weitere Männer unweit des Platzes einen anderen Juwelier und erbeuteten Schmuck im Wert von mehreren Millionen Euro.

(SDA)


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