Missbrauchsfall: Pfleger erhält Berufsverbot

Weil er eine behinderte Frau missbraucht haben soll, musste sich ein Pfleger vor dem Kreisgericht St.Gallen verantworten. (Symbolbild)
Weil er eine behinderte Frau missbraucht haben soll, musste sich ein Pfleger vor dem Kreisgericht St.Gallen verantworten. (Symbolbild) © iStock
Ein Sozialpädagoge, der eine körperlich und geistig beeinträchtigte Frau über mehrere Jahre missbraucht haben soll, bekommt dafür eine bedingte Freiheitsstrafe von 13 Monaten. Ausserdem verhängt das St.Galler Kreisgericht ein 10-jähriges Berufsverbot.

Der 54-jährige Beschuldigte soll zwischen Anfang 2014 und Mitte 2016 in einem St.Galler Heim die Abhängigkeit einer Frau mit geistiger und körperlicher Mehrfachbehinderung ausgenutzt haben. Als Betreuer habe er die 43-Jährige während seiner Nachtwachen in das Pikett-Zimmer gelockt und sie dort aufgefordert, sich auszuziehen, um Sex mit ihr zu haben. Wie aus der Anklageschrift hervorgeht, forderte der mutmassliche Peiniger sein Opfer dazu auf, über die Treffen zu schweigen.

Am vergangenen Freitag wies der Angeklagte vor Gericht alle Missbrauchsvorwürfe zurück. Es sei ihm aber bewusst gewesen, dass die Heimbewohnerin fixiert auf ihn sei, gar etwas verliebt. Ihre Anschuldigungen seien falsch. Das angebliche Opfer habe immer wieder Geschichten erzählt, die nicht den Tatsachen entsprächen. Dies hätten mehrere Personen bestätigt. Auch sei bekannt, dass die Frau aufdringlich werden könne, wenn sie jemanden möge.

Laut der Staatsanwaltschaft nutzte der Betreuer diese Situation und die kindlich-emotionale Abhängigkeit der Frau aus. Deshalb forderte die Staatsanwaltschaft vor Gericht eine bedingte Freiheitsstrafe von 15 Monaten. Die Verteidigung hingegen forderte einen Freispruch, da es keinerlei Beweise gebe.

(red./SDA)


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