Neuseeland und Australien spielen um den dritten WM-Titel

Neuseelands Captain Richie McCaw (hier im Vorrundenspiel gegen Namibia) geht als Favorit in den WM-Final gegen Australien.
Neuseelands Captain Richie McCaw (hier im Vorrundenspiel gegen Namibia) geht als Favorit in den WM-Final gegen Australien. © KEYSTONE/EPA/FACUNDO ARRIZABALAGA
Neuseeland und Australien spielen an der Rugby-WM in London um ihren dritten Titel. Die Neuseeländer gehen als Favorit in das 155. Duell mit dem grossen Nachbarn. Nur 2007 fand ein WM-Final ohne Beteiligung von Australien oder Neuseeland statt.

Trotzdem stehen sich die beiden Erzrivalen im Londoner Twickenham-Stadion zum ersten Mal in einem WM-Endspiel gegenüber. Es ist eine Begegnung mit Zündstoff. Die beiden durch das Tasmanische Meer und 4000 km getrennten Länder verbindet eine lange Rugby-Vergangenheit.

Seit dem ersten Aufeinandertreffen im Sommer 1903 in Sydney hat sich der eine oder andere Frust aufgebaut, vor allem auf australischer Seite. Das mit fast 24 Millionen Einwohnern gut fünfmal grössere Australien verlor gegen Neuseeland schon 105 Mal. Darunter waren einige bemerkenswerte Partien, wie jene 2000 im Olympiastadion von Sydney vor 109’874 Zuschauern. Seit der letzten WM 2011 gewannen die “Wallabies” nur eine von elf Begegnungen.

Zu einer Reizfigur ist für die Australier insbesondere der neuseeländische Captain Richie McCaw geworden. Dem Rekord-Internationalen wurde Anfang Woche von den australischen Medien vorgeworfen, allzu oft den Fairplay-Gedanken zu missachten und ein Liebling der Schiedsrichter zu sein. Einig ist man sich weltweit, dass der 34-Jährige, der am Samstag womöglich sein letztes Länderspiel bestreitet, ein gewiefter Taktiker ist. In Neuseeland gilt der “Flanker” für viele als bester Rugby-Spieler aller Zeiten. Von seinen 147 Länderspielen, davon 111 als Captain, gewann er 130. Dreimal war er Spieler des Jahres.

Neuseeland geht als Favorit in den Final (heute Samstag, 17.00 Uhr). Die “All Blacks” weisen in diesem Turnier sowohl in der Offensive als auch in der Defensive die besten Werte auf, haben die breiteste Bank und auf der Position des Kickers einen womöglich entscheidenden Vorteil. Dan Carter, der seine Nationalmannschafts-Karriere nach dem Final beenden wird, zeigte sich bislang deutlich treffsicherer als sein australisches Gegenüber Bernard Foley. Das kann entscheidend sein: In den letzten beiden WM-Finals, 2011 zwischen Neuseeland und Frankreich (8:7) und 2007 zwischen Südafrika und England (15:6), gab es insgesamt nur zwei Tries. 26 der 36 Punkte fielen nach Kicks.

(SI)


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