Niemand will in den Schülerhort

Von Michael Ulmann
In Berneck bleiben die Stühle im Schülerhort vorerst leer. (Symbolbild)
In Berneck bleiben die Stühle im Schülerhort vorerst leer. (Symbolbild) © iStock
In Berneck hätte im November eigentlich ein Schülerhort eröffnet werden sollen. Dazu kommt es nun aber nicht. Grund: Es sind zu wenige Anmeldungen eingegangen. Dies, obwohl eine Umfrage bei Eltern ergeben hat, dass das Interesse am Schülerhort durchaus vorhanden ist.

Fast 60 Familien waren noch im Mai des letzten Jahres an einem Schülerhort in Berneck für Kinder vom Kindergarten bis zur sechsten Klasse interessiert. Dies hat eine Umfrage bei Eltern damals ergeben. Somit wäre es eigentlich ein Klacks gewesen, die für den Betrieb des Kinderhorts benötigen zehn bis zwölf Kinder zusammenzukriegen. Die Gemeinde holte deshalb im Frühling 2016 einen Kredit bei der Bürgerschaft für einen vierjährigen Pilot-Betrieb ein und bereitete die Eröffnung des Schülerhorts auf den November 2016 vor.

Plötzlich kein Interesse mehr

Nun, rund zwei Monate vor der geplanten Eröffnung, sieht alles ganz anders aus. Es sind viel zu wenig Anmeldungen eingegangen. Statt der benötigten zehn bis zwölf Kinder im Schnitt lediglich zwei pro Nachmittag. «Offenbar haben sich viele Eltern unterdessen anders organisiert oder anders entschieden», sagt der Bernecker Gemeindepräsident Bruno Seelos zu den Gründen. Eine andere Erklärung habe er nicht.

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Bruno Seelos und die übrigen Verantwortlichen haben nun entschieden, den Start des Schülerhorts mit einer Anfangsinvestition von 50’000 Franken auf den Februar 2017 zu verschieben. Dies aber nur unter der Voraussetzung, dass sich mindestens sechs Kinder anmelden. «Für das erste Betriebshalbjahr könnten wir ausnahmsweise auch mit einer halben Gruppe starten. Dies, weil dafür nicht wie geplant zwei Betreuerinnen nötig sind, sondern lediglich eine», betont Seelos.

Ende gut alles gut?

Ab dem zweiten Betriebshalbjahr soll es dann aber einen regulären Betrieb mit mindestens zehn Kindern und zwei Betreuerinnen geben. Der Bernecker Gemeindepräsident ist zuversichtlich, dass dies der Fall sein wird. «Die Erfahrungen aus umliegenden Gemeinden mit Schülerhorten haben uns gezeigt, dass sich ein Schülerhort zuerst etablieren muss.»

Der Bernecker Gemeindepräsident Bruno Seelos (FDP). © www.berneck.ch


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