Oberwalliser lassen acht Eringer-Rinder auf Schnee kämpfen

Die Kuhkämpfe auf Schnee bei Leukerbad VS ziehen viele Zuschauer an, stossen aber nicht nur auf Begeisterung (Archiv).
Die Kuhkämpfe auf Schnee bei Leukerbad VS ziehen viele Zuschauer an, stossen aber nicht nur auf Begeisterung (Archiv). © KEYSTONE/Schmid Maxime
Im Oberwallis kämpfen am 12. März acht Eringer-Rinder in einem Kuhkampf auf Schnee. Selbst im Wallis ist der Schneekampf eine Eigenheit und stösst auch nicht bei allen Züchtern auf Begeisterung. Gefahr für die Tiere besteht aber nicht.

Die Tiere werden am Samstag in einer Woche in der Schneearena Flaschen zwischen Leukerbad und Albinen auf rund 1550 Meter über Meer gegeneinander antreten. Zugelassen sind Rinder, die im nächsten Frühjahr in der Kategorie “Erstmelken” an den richtigen Kuhkämpfen teilnehmen werden.

Der eigentlich für diesen Samstag vorgesehene Wettkampf musste wegen des grossen Schneefalls um eine Woche verschoben werden, wie Christian Ziörjen, Event-Verantwortlicher bei Leukerbad Tourismus, der Nachrichtenagentur sda sagte.

Der Kuhkampf auf Schnee findet bereits seit zwölf Jahren statt, ist im Wallis aber einzigartig. Das welsche Wallis kennt diese Tradition nicht. Für die Tiere sehen die Veranstalter keine Gefahr. “Sie rutschen ein bisschen, aber wir hatten nie Probleme”, sagte Ziörjen.

Auch dem Walliser Kantonstierarzt Jérôme Barras sind keine Verletzungen von den Kuhkämpfen auf Schnee bekannt. Das Vieh sei gut gegen die Kälte geschützt und die Unterlage sei – solange nicht gefroren – kein Problem.

Die im Winter in den Ställen gehaltenen Kühe müssten gemäss dem Gesetz mindestens alle 15 Tage ins Freie, sagte der Kantonstierarzt. Es sei deshalb nicht angebracht, jene Züchter zu kritisieren, die ihre Tiere raus bringen würden.

Dennoch sind auch nicht alle Züchter begeistert von diesem Spektakel. Das könne zwar ein sympathisches Bild abgeben, aber es bleibe unecht und gehöre sich nicht, sagte Jacques Pralong, langjähriger Züchter und ehemaliger Präsident des Schweizerischen Eringerviehzuchtverbands.

“Wie den Menschen geht es den Kühen besser auf festem Boden”, sagte Pralong der Nachrichtenagentur sda. Umgekehrt fahre man schliesslich auch nicht auf dem Gras Ski.

(SDA)


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