Ostschweizer Piloten helfen 1200 Flüchtlingen

HPI hilft Hilfsorganisationen und der Küstenwache, Flüchtlingsbooten in Seenot schnell zu helfen.
HPI hilft Hilfsorganisationen und der Küstenwache, Flüchtlingsbooten in Seenot schnell zu helfen. © seawatch
Seit dem Wochenende sind vier Ostschweizer Piloten von ihrem Rettungseinsatz über dem Mittelmeer zurück. 1200 Flüchtlingen konnten sie während ihren Einsätzen helfen. Arbeit gäbe es noch zur Genüge, der Organisation ist jedoch das Geld ausgegangen.

“Es ist surreal, wieder zurück zu kommen. Wir sehen, dass unser Einsatz wirklich nötig ist und eigentlich nur ein Tropfen auf dem heissen Stein war”, sagt Fabio Zgraggen. Er ist Pilot bei der Humanitären  Pilotenintiative HPI. “Wir wollten unsere fliegerischen Fähigkeiten für humanitäre Zwecke nutzen”, erklärt Fabio Zgraggen. Ende Juni sind die vier Ostschweizer zu ihrem Rettungseinsatz Richtung Mittelmeer aufgebrochen. Mit ihrem Flieger suchten sie gefährdete Flüchtlingsboote. Jetzt sind sie zurückgekehrt und schon wieder voller Tatendrang.

Gemischte Gefühle

“Der erste Tag war schon eine Feuertaufe. Bereits auf dem Weg in unser Einsatzgebiet kamen Funkrufe herein von anderen Rettungsaktionen, welche gekenterte Schiffe bargen. Als wir ankamen, sahen wir überall Flüchtlingsboote und Boote der Küstenwache”,  schildert der HPI-Pilot. “Getroffen hat mich vor allem das Bild, wenn man auf das Wasser schaute. Überall entdeckte man überfüllte kleine Nussschalen auf dem riesigen Meer. Die Gefahr, welche die Leute auf sich nehmen um das Meer zu überqueren, ist riesig”, sagt Fabio Zgraggen.

Improvisation ist das A und O

Die Piloten haben sich gründlich auf ihren Einsatz im Mittelmeer vorbereitet. Alle Bewilligungen waren eingeholt. “Wir stiessen dann aber auf Widerstand und konnten nicht so fliegen wie geplant. Deshalb mussten wir ein zweites Flugzeug organisieren, dass von einem anderen Flughafen in Malta starten konnte”, sagt Fabio Zgraggen. Ursprünglich war geplant von Djerba in Tunesien zu starten.

Wenig Einsätze

Die zwei Ostschweizer waren während den letzten Monaten knapp zwei Wochen in der Luft. “Wir glauben, dass wir die uns zur Verfügung stehenden Mittel optimal eingesetzt haben”, sagt Zgraggen. Die 25’000 Franken Spendengelder, welche sie mit ans Mittelmeer genommen haben, sind aufgebraucht. Nun werden neue Spendengelder gesucht, um weiter zu fliegen. Fabio Zgraggen ist glücklich darüber, dass so viele Menschenleben dank seiner Hilfe gerettet werden konnte. “Andererseits ist es auch traurig, dass man nicht allen helfen kann”, sagt der Pilot.

“Die Krise ist noch nicht zu Ende”

Sobald neues Geld da ist, fliegen die Piloten wieder in den Süden, da immer noch täglich Flüchtlinge in Europa ankommen. Die Hilfe aus der Luft werde dringend gebraucht, da die Piloten einen guten Überblick haben. Sie erkennen Flüchtlingsboote sehr schnell und können die Küstenwache und Hilfsorganisationen alarmieren. Spätestens Ende September möchten die vier Ostschweizer wieder über dem Mittelmeer fliegen. Schliesslich seien weiterhin viele Flüchtlinge bereit, die gefährliche Überfahrt auf sich zu nehmen.

(red)


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