Pfadibewegung verzeichnet seit rund fünf Jahren wieder mehr Zulauf

Zelt aufbauen, Zelt abbauen, und dazwischen viel erleben: Zwei Pfadfinder legen während eines Pfingstlagers in Kandersteg BE Zeltblachen übereinander. (Archiv)
Zelt aufbauen, Zelt abbauen, und dazwischen viel erleben: Zwei Pfadfinder legen während eines Pfingstlagers in Kandersteg BE Zeltblachen übereinander. (Archiv) © Keystone/MANUEL LOPEZ
Dass die Pfadi nach jahrelangem Mitgliederschwund in jüngster Zeit wieder etwas mehr Zulauf hat, hat sich schon herumgesprochen. Die Zahlen der schweizerischen Pfadibewegung bestätigen nun den Trend: Seit fünf Jahren ist ihre Mitgliederzahl um 7 Prozent gestiegen.

Die Pfadibewegung Schweiz (PBS) zählte Anfang des laufenden Jahres 45‘617 Mitglieder, wie sie am Sonntag anlässlich ihres 30-jährigen Bestehens mitteilte. Die PBS war 1987 aus dem Zusammenschluss der beiden Bünde der Schweizer Pfadfinderinnen und Pfadfinder entstanden.

Sie sei dank des grossen ehrenamtlichen Engagements ihrer Mitglieder auch heute noch die grösste Jugendorganisation der Schweiz, heisst es in der Medienmitteilung weiter.

Die Pfadi bietet Kindern und Jugendlichen ausserschulische Freizeitaktivitäten in der Natur an. Diese reichen vom Schatzkarten lesen über das Bauen von Hängebrücken bis zum Bräteln von Schlangenbrot am Lagerfeuer. Auch Zeltlager sind ein traditioneller Bestandteil. Die Organisation existiert seit mehr als hundert Jahren.

In den 1990er-Jahren setzte allerdings ein Mitgliederschwund ein. Grund sei das grössere Freizeitangebot gewesen, aber auch die erhöhte Mobilität der Bevölkerung, sagte Daniela Diener, Leiterin Kommunikation Pfadibewegung Schweiz, auf Anfrage. Den Kindern boten sich immer mehr Alternativen zum Nachmittag im nahegelegenen Wald.

Vor rund fünf Jahren habe jedoch wieder ein Aufwärtstrend eingesetzt, sagte Diener. Sie führt diesen auf verschiedene Gründe zurück. Einerseits hätten gezielte Werbeaktionen wie ein nationaler Schnuppertag gegriffen. Auch sei die Pfadi in der Öffentlichkeit dank Social Media präsenter als früher.

Zudem habe sich ein funktionierendes Ausbildungssystem für die ehrenamtlichen Pfadileiter und -leiterinnen etabliert, welches die Organisation zu stabilisieren helfe.

Dass im Zeitalter von Handy und Computergames die Kinder auch schlicht wieder Lust hätten, die Geräte zwischendurch auf die Seite zu legen und im Wald auf Abenteuersuche zu gehen, sei vielleicht auch mit ein Grund. Und auch wenn die Kinder ihre Handys mitnehmen: Im Zeltlager ist der Akku spätestens nach ein paar Tagen leer. «Dann sind wir offline», sagt Diener.

Die Pfadibewegung Schweiz ist in 22 kantonalen Verbänden und 550 lokalen Gruppen organisiert. Weltweit hat sie mehr als 40 Millionen Mitglieder.

(SDA)


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