Piloten einer Air-Serbia-Maschine legen gefährliche Landung hin

So reibungslos wie bei diesem Flugzeug klappt die Landung nicht immer: Weil die Piloten einer Air-Serbia-Maschine im Oktober 2014 überhastet gehandelt haben, kam es auf dem Flughafen Zürich zu einer "risikoreichen Landung". (Symbolbild)
So reibungslos wie bei diesem Flugzeug klappt die Landung nicht immer: Weil die Piloten einer Air-Serbia-Maschine im Oktober 2014 überhastet gehandelt haben, kam es auf dem Flughafen Zürich zu einer "risikoreichen Landung". (Symbolbild) © KEYSTONE/NICK SOLAND
Eine Maschine der Air Serbia hatte im Oktober 2014 nur eine Minute nach dem Start in Zürich ein Ölleck und musste umkehren. Die Rückkehr nach Zürich verlief allerdings holprig, weil die Piloten überhastet handelten.

Der Airbus A319 der Air Serbia hob am 17.Oktober pünktlich in Zürich-Kloten Richtung Belgrad ab. Dies war aber auch schon alles, was auf diesem Flug planmässig lief.

Nur eine Minute später, da war der Airbus lediglich 5,5 Kilometer vom Flughafen entfernt, meldete sich die Maschine mit einem Warnsignal. Sie verlor Öl. Der Öldruck sank so schnell, so dass eines der Triebwerke abgestellt werden musste.

Die Piloten entschieden, sofort nach Zürich umzukehren. Der am Dienstag publizierte Bericht der SUST (Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle) zeigt jedoch, dass diese Landung sehr risikoreich war. Die Maschine sei unstabilisiert, zu hoch und mit einer Querlage von bis zu 37 Grad auf die Piste 28 zugeflogen.

Die Piloten konnten die Maschine schliesslich aufsetzen, 60 Meter nach einer Pistenkreuzung. Gemäss Untersuchungsbericht ist dieser «schwere Vorfall» darauf zurückzuführen dass die Piloten überhastet und ohne vorangehende Analyse einen Landeanflug einleiteten.

Die Zusammenarbeit sei mangelhaft gewesen und die Besatzung habe offenbar wenig Erfahrung im Bewältigen solcher Situationen gehabt, heisst es im Bericht. So hätten sie etwa Anweisungen von Skyguide nicht quittiert und zwischen Englisch und Serbisch gewechselt.

Die vier Crewmitglieder und die 119 Passagiere wurden über die heikle Lage gar nicht informiert. Der Copilot machte den Piloten noch im Cockpit darauf aufmerksam, dass man dies hätte tun sollen. Der Pilot antwortete jedoch, das mache nichts.

Die beiden Piloten, die vier Crewmitarbeiter und die 119 Passagiere konnten die Maschine schliesslich unverletzt verlassen. Unter den Passagieren war auch die Handball-Mannschaft von Pfadi Winterthur, die zum Europacupspiel nach Serbien wollte. Sie berichteten später dem «Blick» von diesem «Horror-Trip» mit Air Serbia. Sicherheitsempfehlungen spricht die SUST zu diesem Vorfall keine aus.

(SDA)


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