Warum wir am Morgen Mundgeruch haben

Pipilotti Rist versteht sich auch explizit als politische Künstlerin. Hier posiert sie in ihrer Ausstellung im Kunsthaus Zürich  (Archiv)
Pipilotti Rist versteht sich auch explizit als politische Künstlerin. Hier posiert sie in ihrer Ausstellung im Kunsthaus Zürich (Archiv) © /KEYSTONE/ENNIO LEANZA
Die Schweizer Videokünstlerin Pipilotti Rist, die zurzeit das Kunsthaus Zürich mit ihren Intimitäten verzaubert, hat sich schon immer für Körpersäfte interessiert.

Das habe vielleicht damit zu tun, dass ihr Vater Arzt gewesen sei, erzählt die 53-Jährige aus Grabs im Rheintal der “Sonntagszeitung”. “Er hat uns fünf Kinder immer für die Naturwissenschaft begeistern wollen. Und hat etwa kleine Fehlgeburten mit nach Hause gebracht, wir durften sie anschauen, wie sie mit Äderlein übersät waren. Das war für uns Kinder faszinierend.”

Die Ausstellung im Bührle-Saal des Kunsthauses Zürich heisst “Dein Speichel ist mein Taucheranzug im Ozean des Schmerzes”. Im Zusammenhang mit dieser Körperflüssigkeit kommt Pipilotti Rist auch auf den Mundgeruch zu sprechen. Am Morgen haben wir ihn, “weil der Speichel in der Nacht nicht läuft und die Bakterien im Mund nicht von der gesunden, heilenden Flora des Speichels abgetötet werden”.

Mit ihrer Kunst leuchtet Rist in den Menschen hinein, geht nahe ans Fleisch. Sie will damit aber auch die Welt verbessern. Ja, das sei die Aufgabe des Künstlers, sagt sie, ohne allerdings konkret zu werden. “Die Frage bleibt aber: Wie kann ich das am besten tun?” Es sei eigentlich “die Aufgabe jedes Menschen, Schmerzen zu vermindern, Möglichkeiten aufzuzeigen, sich gegenseitig zu trösten”.

(SDA)


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